Dienstag, 21. Juli 2015

Weniger Fachkräftelücken durch gleiche Geschlechteranzahl?

(c) Baumeister Ing. Engelbert Hosner, EUR ING ... www.BAUwissen.at | media3000 ... www.media3000.at / pixelio.de

Berufe mit etwa gleichen Anteilen an weiblichen und männlichen Fachkräften sind seltener von Engpässen betroffen. Große Unterschiede im Geschlechterverhältnis führen dagegen öfter zu Fachkräftelücken. Das fand eine Studie des durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) heraus.

Männertypische Engpassberufe sind insbesondere naturwissenschaftlich-technische Tätigkeiten, wie Mechatronik, Automatisierungstechnik oder Informatik. In den Bereichen Pflege, Gesundheit, Soziales und Bildung sind die meisten Engpassberufe hingegen frauentypische Jobs. Ein Fachkräftemangel besteht hier vor allem Dingen in der Alten- und Krankenpflege: Hier sind 80 % der Arbeitnehmer Frauen.
Die Bundesregierung sollte daher Arbeitszeitmöglichkeiten ausweiten, Männer für frauentypische Berufe und umgekehrt gewinnen sowie ältere Beschäftigte, Behinderte und Menschen ohne Berufsabschluss mit einbeziehen, meint das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung. Mehr Potenzial besteht auch bei Teilzeitbeschäftigten, denen eine familienfreundliche Personalpolitik mit flexiblen Arbeitszeitmodellen Telearbeit und Vertrauensarbeitszeit sowie individuelle Einarbeitungsprogramme nach der Elternzeit zu Gute kommen würden, sagen die Initiatoren der Studie.

Die Analyse betrachtete Fachkräfteengpässe im Zeitraum von August 2011 bis April 2015 in 96 Berufen – davon 64 „männertypisch“ und 17 „frauentypisch“ (jeweils über 70 % sind männlich bzw. weiblich).