Donnerstag, 17. August 2017

Wie hält man Mitarbeiter im Rentenalter im Unternehmen?

Quelle: pixabay.com

Eine Anfang Juli 2017 veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) besagt, dass jeder dritte Betrieb versucht, rentenberechtigte Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Dies gelingt meist durch flexiblere und kürzere Arbeitszeiten.

Von den rund 650.000 Arbeitnehmern, die im Jahr 2015 in Rente gingen, wollten die Arbeitgeber 170.000 Beschäftigte halten. Gelungen ist das in 145.000 Fällen, was einer Erfolgsquote von 83 % entspricht. Als erfolgreiche Maßnahmen erwiesen sich bei der Mehrheit der Betriebe kürzere Arbeitszeiten (60 %), gefolgt von Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeit. 17 % der Unternehmen versprachen sich durch eine Veränderung des Tätigkeitsprofils Erfolg bei der Erhaltung der Mitarbeiter, während 13 % mit einer höheren Entlohnung, mit Prämien oder einer Beförderung punkten konnten.
Im Bereich der Öffentlichen Verwaltung bemühten sich vergleichsweise wenig Betriebe (etwa jeder fünfte), rentenberechtigte Mitarbeiter zu halten. Hier fiel die Erfolgsquote mit 67 % unterdurchschnittlich aus.

32 % der Kleinbetriebe versuchen öfter ihre rentenberechtigten Mitarbeiter zu halten als größere Betriebe (hier ist es nur jeder zehnte). Als Grund dafür werden Rekrutierungsprobleme angegeben. Kleineren Organisationen fällt es schwerer, ausscheidende Angestellte angemessen zu ersetzen. Überwiegend positiv schätzen Arbeitgeber die Regelungen zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit ein, die aufgrund des Flexirentengesetzes seit diesem Jahr gelten. Insbesondere der Wegfall der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für altersrentenberechtigte Mitarbeiter und die großzügigeren Hinzuverdienstmöglichkeiten im Rahmen einer Teilrente stoßen bei den Betrieben auf Zustimmung.

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