Dienstag, 8. Mai 2012

Zunahme bei Industriespionage

©PIXELIO/Thorben Wengert

Deutsche Unternehmen werden immer häufiger Opfer von Spionage-Attacken. Aber nicht nur Hacker aus dem Internet, sondern vor allem eigene Mitarbeiter bedrohen die Firmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Münchener Sicherheitsunternehmens Corporate Trust.

Anfang 2012 hätten insgesamt 21,4 % der 600 befragten Unternehmen angegeben, von Industriespionage betroffen zu sein und weitere 33,2 % hätten ungeklärte Verdachtsfälle gehabt. Auch die Häufigkeit finanzieller Schäden durch Industriespionage habe zugenommen. So hätten 82,8 % der betroffenen Unternehmen auch einen Schaden zu verzeichnen gehabt. Der Mittelstand sei dabei am häufigsten von ungewollten Eindringlingen betroffen gewesen.
Erschreckend sei es zudem, dass die häufigsten Schäden durch eigene Mitarbeiter, externe Geschäftspartner und Hackerangriffe entstanden sind. Ebenso habe es Fälle von Social Engineering gegeben, bei denen man Mitarbeiter geschickt ausfragte. 73,9 % der Firmen würden diesbezüglich allerdings keine Schulungen bei ihren Mitarbeitern durchführen.
Zumeist sei es den Führungskräften und Mitarbeitern gar nicht bewusst, welches Know-how überhaupt schützenswert ist.

Außerdem würden sich Unternehmen auf Geheimhaltungsverpflichtungen in den Arbeitsverträgen und auf die Integrität von neuen Bewerbern verlassen, vgl. AuA Sonderheft Recruiting. Der deutschen Wirtschaft entstünde so ein Gesamtschaden von ca. 4,2 Milliarden Euro (2007: 2,8 Milliarden Euro). Über drei Viertel der Befragten würden zudem davon ausgehen, dass die zukünftige Bedrohung steigen werde. Das häufigste Risiko sei dabei die Verwendung von Smartphones und Tablets, gefolgt von der sinkenden Sensibilität der Mitarbeiter.