Dienstag, 2. Dezember 2014

Schlafen ist kein Kündigungsgrund

(c) Dr. Stephan Barth / pixelio.de

Schläft eine Zugbegleiterin während ihrer Schicht in einem Abteil ein, kann dies eine Pflichtverletzung darstellen. Vor einer Kündigung muss das Verhalten abgemahnt werden, entschied das ArbG Köln in einem Urteil vom 19.11.2014 (7 Ca 211/14).

Eine 30-jährige Angestellte aus dem Bordservice bei der Bahn klagte zu Dienstbeginn über Unwohlsein, meldete sich aber nicht förmlich krank. In Absprache mit der Vorgesetzten legte sie sich in ein Abteil, um sich auszuruhen. Trotz der Bitte, sie bei Bedarf zu wecken, schlief sie die mehrstündige Fahrt ohne Unterbrechung durch und arbeitete im Anschluss regulär bis zum Ende ihrer Schicht.
Nach sieben Wochen kündigte die Deutsche Bahn das Arbeitsverhältnis mit Verweis auf zuvor erteilte Abmahnungen u. a. wegen Verschlafens des Dienstbeginns. Hiergegen wehrte sich die Frau erfolgreich mit einer Klage – das ArbG Köln sah die Kündigung als unwirksam an.

Das Gericht ließ in seiner Entscheidung aber offen, ob eine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung vorliegt. Denn auch im Falle einer Verletzung ihrer Vertragspflichten hätte die Angestellte abgemahnt werden müssen. Die zuvor erteilten Abmahnungen hatten andere Pflichtverletzungen zum Inhalt, sodass die hier ausgesprochen Kündigung unverhältnismäßig war.