Arbeitsrecht 4.0

Praxishandbuch zum Arbeits-, IP- und Datenschutzrecht in einer digitalisierten Arbeitswelt

Von Dr. Christian Arnold, LL.M. (Yale) und Dr. Jens Günther (Hrsg.), Verlag C. H. Beck, München 2018, 298 Seiten, Hardcover (in
Leinen), Preis: 59 Euro

Die Wirtschaft – sowohl Produktions- als auch Dienstleistungsbetriebe sowie deren Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten – befindet sich in einem rasanten, disruptiven Umbruch: Die 4. industrielle Revolution und das Internet of Things, Services and Processes/People (IoTSP) hat begonnen und schreitet rasch sowie unaufhaltsam voran. Kernbegriffe sind u. a. Digitalisierung, Vernetzung, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Robotik und Arbeit 4.0, die fast alle Betriebe und Unternehmen betreffen. Ohne moderne Technologie und Prozesse funktioniert die Arbeitswelt nicht mehr. Ziel dieses neuen Handbuchs ist es, die damit verbundenen zahlreichen neuen Fragestellungen für das Arbeitsrecht zu beleuchten und praxisgerechte Lösungen aufzuzeigen. Die beiden Herausgeber und die weiteren acht Bearbeiter sind überwiegend bekannte Fachanwälte sowie zwei Hochschullehrer, die sich in Literatur und Praxis mit den Rechtsfragen an der Schnittstelle von IT und Arbeitsrecht befassen. Das Werk gliedert sich in sieben große Kapitel mit jeweiligen Unterabschnitten: 1. Digitalisierung und Industrie 4.0 (Chancen, Risiken, Handlungsoptionen für Unternehmen), 2. Neue/Alternative Beschäftigungsformen (Drittpersonaleinsatz, Economy on Demand, Crowdworking, Scrum, Matrix, Folgen fehlerhafter Einordnung als selbstständige Tätigkeit), 3. Flexibilisierung im individuellen Arbeitsrecht (Zeit- und ortsflexibles Arbeiten, Qualifizierung und Weiterbildung, Direktionsrecht im Wandel, Vergütungsgestaltung, Kündigung infolge Digitalisierung, Auswirkungen des Einsatzes autonomer Systeme und künstlicher Intelligenz), 4. Arbeits-/Gesundheitsschutz/ Haftung im Arbeitsverhältnis (u. a. Robotereinsatz und Arbeitsschutz/Haftung, Mitbestimmung, Haftung des Arbeitnehmers bei Nutzung der IT des Arbeitgebers sowie bei BYOD), 5. Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht im Arbeitsverhältnis (Rechte an Unternehmensdaten, Geheimnisschutz, Arbeitnehmererfindungsrecht und Wettbewerbsrecht 4.0), 6. Datenschutzrecht (Datenschutz und Digitalisierung, Datenschutz bei Einsatz neuer Technologie im Bewerbungsverfahren, Big Data und People Analytics, Datenschutz in der Smart Factory, Social Media als Mittel der Unternehmenskommunikation, datenschutzrechtlicher Rahmen für Cloud Computing) sowie 7. Kollektives Arbeitsrecht 4.0 (Betriebsund Arbeitnehmerbegriff, Arbeit 4.0 und Mitbestimmung). Jedem Kapitel ist eine Gliederung vorangestellt. Das Werk schließt mit einem neunseitigen Stichwortverzeichnis. Die Übersichtlichkeit wird durch Randziffern, übersichtliches Layout, ausgewählten Fettdruck sowie Fußnoten mit Verweisen auf Rechtsprechung (mit Datum, Aktenzeichen und Fundstelle) und Literatur gefördert. Zahlreiche optisch hervorgehobene Schaubilder bzw. grafische Darstellungen (z. B. Kap. 2 Rdnr. 13: AÜGVertragsbeziehungen, Rdnr. 114: Scrum-Organisation, Kap. 2 Rdnr. 128: Matrix-Organisation), Praxistipps (bspw. Kap. 2 Rdnr. 125 f. zur Vermeidung von Arbeitnehmerüberlassung oder Scheinselbstständigkeit bei Scrum), Hinweise (z. B. Kap. 3 Rdnr. 181 zu Vergütungsstrukturen), Beispiele (u. a. Kap. 3 Rdnr. 121: Weiterbildung), Checklisten (bspw. Kap. 2 Rdnrn. 26, 53: Indizien Eingliederung für Unterscheidung AÜG – Werk-/Dienstvertrag) und Formulierungsvorschläge (z. B. Kap. 3 Rdnr. 32: Rufbereitschaft; Rdnr. 41 zu Recht auf Unerreichbarkeit, Rdnr. 68: Jobsharing; Rdnr. 98: Homeoffice-Kosten, Arbeitszeit, Zutrittsrecht), geben wichtige Hinweise und Empfehlungen zur Veranschaulichung, Gestaltung und Transfer in die praktische Umsetzung. Fazit: Wer sich als Rechtsanwalt, Verbands-/ Unternehmensjurist, Personalverantwortlicher, Betriebsrat oder Datenschutzbeauftragter mit Rechtsfragen der neuen, digitalen Arbeitswelt 4.0 beschäftigt, findet im Handbuch eine aktuelle und ausgezeichnete Darstellung sowie praxistaugliche Lösungsansätze. Das Werk hat zudem das Zeug, die in vielen Bereichen erst am Anfang stehende Rechtsentwicklung zu prägen und zu beeinflussen.