Homeoffice-Pauschale

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 Bild: pixabay.com
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Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG dürfen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung den Gewinn nicht mindern. Dies gilt nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen aber auf 1.250 Euro pro Jahr begrenzt. Diese Beschränkung gilt nur dann nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet. Wenn kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet wird, kann der Steuerpflichtige für jeden Kalendertag, an dem er seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung gelegene Betriebsstätte aufsucht, für seine gesamte betriebliche und berufliche Betätigung pro Arbeitstag einen Betrag von 5 Euro abziehen – höchstens aber 600 Euro im Wirtschafts- oder Kalenderjahr.

Nach einem aktuellen Erlass des Thüringer Finanzministeriums soll jetzt bundeseinheitlich die Auffassung vertreten werden, dass Aufwendungen für eine ÖPNV-Zeitfahrkarte unabhängig von der Homeoffice-Pauschale gem. § 4 Satz 5 Nr. 6b Satz 4 EStG als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer eine Zeitfahrkarte in Erwartung der regelmäßigen Benutzung für den Weg zur ersten Tätigkeitsstätte erworben hat, er dann aber die Zeitfahrkarte aufgrund der Tätigkeit im Homeoffice nicht im geplanten Umfang verwenden kann. Eine Aufteilung dieser Aufwendungen auf einzelne Arbeitstage hat nicht zu erfolgen (FinMin Thüringen, Erl. v. 17.2.2021 – S 1901-2020 Corona).

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Rainer Kuhsel

Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Köln
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· Artikel im Heft ·

Homeoffice-Pauschale
Seite 50
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