Weiterbildung von Beschäftigten – L&D-Kultur in Unternehmen

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Was kennzeichnet eine positive Lernkultur im Unternehmen und worin liegen die Unterschiede zu einer negativen? Dazu befragte Hanover Research im Juli und August dieses Jahres 2.472 Beschäftigte.

Eine positive Lernkultur führt zu mehr Flexibilität, Kompetenz, Anpassungsfähigkeit sowie schneller wachsenden Umsätzen. Um eine solche im Unternehmen zu etablieren müssen Führungskräfte Orientierungshilfen geben sowie Kontinuität und Motivation schaffen. Dazu sollten auch die Führungskräfte selbst entsprechend geschult sein.

Langfristige Lernziele und Verbesserung der Arbeitsleistung
Arbeitnehmer, die die Lernkultur im Unternehmen als positiv bewerten, arbeiten mit fast doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit auf langfristige Ziele hin wie solche, die die Lernkultur als negativ empfinden. Als Grund, warum sie sich Lern- oder Karriereziele setzen, gaben über zwei Drittel dieser als Promotoren bezeichneten Arbeitnehmer die Verbesserung ihrer Leistung in ihrer aktuellen Rolle und 59 % die Vorbereitung auf den nächsten Karriereschritt an. Bei den sog. Kritikern, also Mitarbeitern, die die Lernkultur ihres Unternehmens als negativ bewerten, waren es lediglich 45 % bzw. 31 %.

Dementsprechend ist die Arbeitsleistung von Promotoren häufig besser, da sie sich auf zukünftige Aufgaben vorbereiten. Im Gegensatz dazu stehen Mitarbeiter, die den Sinn des Lernens und der Weiterbildung nur im Erfüllen Ihrer aktuellen Rolle sehen. Diese denken hinsichtlich der Entwicklung ihrer Fähigkeiten gerade nicht langfristig.

Technische Voraussetzungen schaffen, praktische Weiterbildung ermöglichen
Nach dem 70|20|10-Modell finden 70 % der Weiterbildung in alltäglichen Arbeitspraxis statt, 20 % durch Interaktion und 10 % in Form traditioneller Weiterbildung. Mehr Promotoren als Kritiker nutzen alle drei dieser Ressourcen. Für verschiedene Perspektiven und diverse Denkweisen ist es aus Sicht des Unternehmens ratsam, das Lernen mit externen beruflichen Netzwerken einerseits und Kollegen andererseits zu fördern. Auf diese Weise lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigern. Neben den Lerninhalten selbst, kommt es auch auf die entsprechenden Technologien an. Diese sollten nutzerorientiert sein und den Mitarbeitern veranschaulichen, wie sie ihre beruflichen Ziele durch Weiterqualifizierung erreichen können. Promotoren werden häufiger und eigenständig aktiv, was wiederum Vorteile für das Unternehmen mit sich bringt, welches also lediglich die technischen Voraussetzungen schaffen muss.

Da die Art und Weise des Lernens für den Erfolg ebenso wichtig ist, wie die zur Verfügung stehenden Inhalte, ist ein breites und strukturiertes Angebot, welches die Beschäftigten gut finden und konsumieren können, nützlich. Ein solches führt zu Selbstorganisation, Struktur und Kontinuität als Folgen einer positiven Lernkultur.

Feedback gehört zu positiver Lernkultur
71 % der Promotoren gaben an, im letzten Jahr Skillbeurteilungen von ihrer Führungskraft erhalten zu haben. Bei den Kritikern der Lernkultur waren es lediglich 55 %. Dieser Trend setzt sich bei Beurteilungen durch weitere Unternehmensangehörige fort: Fast zwei Drittel der Promotoren haben Feedback von ihrem Team oder ihren Kollegen erhalten, bei den Kritikern nur 37 %. Besonders groß ist der Unterschied bei Beurteilungen durch die Personalabteilung. Während 58 % der Promotoren angab, entsprechendes Feedback erhalten zu haben, war es unter den Kritikern nur jeder Fünfte.

Als vier wesentliche Indikatoren für eine positive Lernkultur lassen sich Anleitung, vielfältige Erfahrungen, Feedback und aktive Entwicklungsmöglichkeiten nennen.

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