Zwanzig Fragen an Holger M. Frieges

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 Holger M. Frieges - Rechtsanwalt, Head of Labour Law, Kion Group, Wiesbaden
Holger M. Frieges - Rechtsanwalt, Head of Labour Law, Kion Group, Wiesbaden

Was und wo haben Sie gelernt?
Mein Jurastudium habe ich in Freiburg und München absolviert, das Referendariat in Düsseldorf.

Wären Sie nicht Arbeitsrechtler geworden, was dann?
Wir hätten Kollegen werden können, denn ursprünglich wollte ich Journalist werden. Das Studium entwickelte dann eine Eigendynamik. Seitdem ich als Referendar in die Personalabteilung bei Mercedes-Benz geschnuppert hatte, wurde das operative Personalgeschäft zur Alternative und ich habe dann auch tatsächlich in meiner Berufspraxis viele Jahre neben meiner juristischen Funktion HR-Verantwortung übernommen.

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
Der effektiv platzierte Arbeitsrechtler im Unternehmen ist nah an den Geschäftsprozessen. Das macht die Aufgabe vielseitig und lebendig.

An meinem Beruf fasziniert mich/mag ich besonders ...
... genau dies.

Wenn ich an meine ersten Berufsjahre denke, ...
... so bin ich dankbar für fordernde, fördernde und vertrauensvolle Vorgesetzte sowie ein kollegiales Arbeitsumfeld. Schon meine erste Stelle im Industrieverband gab gestalterischen Freiraum – vom Aufbau der arbeitsrechtlichen Beratung bis zur Verbandspositionierung zum damals stark diskutierten § 77 Abs. 3 BetrVG.

Welcher Rat hat Ihnen auf Ihrem beruflichen Weg am meisten genützt?
Mein erster Chef bei Heidelberg hatte mich mit der Aussage „Sie machen das schon“ zur Übernahme einer herausfordernden Managementaufgabe bewegt. Der Satz enthält den Rat, durchaus Neues zu wagen – im Zutrauen in eigene Kompetenzen – und die Chance, an Aufgaben zu wachsen.

Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?
Wirklich fruchtbar ist der sehr offene Austausch mit Kolleginnen und Kollegen bei Treffen des BVAU.

Welche berufliche Entscheidung würden Sie rückwirkend anders treffen?
Zum Glück kann ich sagen, keinen meiner Entwicklungsschritte zu bereuen.

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn ...
Gut sind Führungskräfte, die Entfaltungsmöglichkeiten geben und die hierfür erforderlichen Informationen bereitstellen, sowie Mitarbeiter, die diese Entfaltungsmöglichkeiten verantwortungsvoll nutzen.

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?
Ich habe zahlreiche unternehmerische Veränderungsprozesse begleitet. Schwer waren für mich weniger konkrete Entscheidungen als die Feststellung, dass den Gestaltungsmöglichkeiten zur Sicherung von Beschäftigung in einem sich rapide verschlechternden Marktumfeld enge Grenzen gesetzt sein können.

Welche Themen sind für Sie die wichtigsten der nächsten zwölf Monate?
Zum Erfolg meines Konzerns trägt bei, dass wir unsere Organisation und Prozesse an die Entwicklung der Märkte und der Wettbewerbssituation anpassen. Dies werden wir weiterhin
tun und dies bedarf regelmäßig der arbeitsrechtlichen Begleitung.

Arbeit bedeutet mir ...
... meistens Freude.

Was fällt Ihnen zu „Arbeit und Arbeitsrecht“ ein?
Das eine geht nicht ohne das andere. Daher auch ein griffiger Titel für Ihre praxisnahe Zeitschrift.

Was lesen Sie in AuA zuerst?
Das Titelblatt.

Welche Rituale pflegen Sie?
Eine gewisse Mediterranisierung des Lebens hat mich erfasst: Morgens muss die Pavoni zischen.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier trinken?
Mit John Degenkolb. Seine Ausdauer, Technik, Übersicht und taktische Intelligenz führten ihn im April zum Sieg beim Radklassiker Paris- Roubaix: Attribute, die auch für einen Personaljuristen hilfreich sind.

Wohin würden Sie gerne einmal reisen?
Ich halte es mit Goethe und reise gerne nach Italien.
Welches ist Ihr Lieblingsbuch? „Freiheit“ von Jonathan Franzen.

Ihre größte Leidenschaft ist ...
... meine Familie.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Zum Leben gehört für mich die Freiheit, keinem Motto folgen zu müssen.

Vita: Nach dem Assessorexamen 1994 Berufseinstieg beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Von 1997 bis 2012 Leiter Arbeitsrecht sowie verschiedene Personal- und Organfunktionen bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. Seit drei Jahren in der Kion Group AG (Gabelstapler der Marken Linde, Still etc.) für das Konzernarbeitsrecht verantwortlich.

Redaktion (allg.)

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Artikel Zwanzig Fragen an Holger M. Frieges
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Body Teil 1

Was und wo haben Sie gelernt?
Ausbildung zur Handelsassistentin bei Hertie, DiplomstudiumPsychologie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel,

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Body Teil 1

Was und wo haben Sie gelernt?
Studium der Rechtswissenschaft in Hamburg, Referendariat in Hamburg. Diverse Nebenjobs im Hamburger Hafen.

Wären Sie

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Body Teil 1

Was und wo haben Sie gelernt?
Studium der Rechtswissenschaften und Referendariat mit Schwerpunkt Arbeitsrecht in Hamburg.

Wären Sie nicht

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Was und wo haben Sie gelernt?
Studium der Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn.

Wären Sie nicht

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Body Teil 1

Was und wo haben Sie gelernt?
Verlagskauffrau im wissenschaftlichen Springer-Verlag, Rechtswissenschaft an der FU Berlin und MBA in Bled, Slowenien.

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Body Teil 1

Was und wo haben Sie gelernt?
Nicht aufzugeben, was auch passiert. Wo: im Leben und mit den beteiligten Personen.

Wären Sie nicht Betriebswirt geworden