Literaturtipp: Deutsche und europäische Tariflandschaft im Wandel

Von Dr. Friedrich-Wilhelm Lehmann (Hrsg.), 1. Auflage 2012, Verlag Recht und Wirtschaft, Frankfurt am Main, 354 Seiten, Preis: 79 Euro
 

Die Tariflandschaft in Deutschland gerät durch die Wende der Rechtsprechung von der Tarifeinheit zur Tarifpluralität in eine immer stärker werdende Schwingung. Vor allem konkurrierende Gewerkschaften im Betrieb und der Versuch, sich wechselseitig zu verdrängen, bereiten den Unternehmen und – nicht minder – den betroffenen Gewerkschaften Probleme. Parallel dazu erleichtert die Rechtsprechung die Instrumente der Arbeitskämpfe und stärkt somit insgesamt die Tarifautonomie.
Ziel des Buches von Lehmann ist es, die Experten aus Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Justiz zu einer tiefer gehenden Diskussion anzuregen. Dank seiner langjährigen tiefen Verwurzelung und sehr guten Kontakte in der Tariflandschaft hat er exzellente Autoren – u. a. Harald Schliemann, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Hromadka, Prof. Dr. Frank Maschmann, Roland Wolf, Prof. Dr. Gregor Thüsing, Klaus Bepler, Prof. Dr. Reinhard Richardi, Matthias Rohrmann, Prof. Dr. Frank Bayreuther – gewinnen können, die die Auswirkungen des Wandels aufzeigen und Handlungsempfehlungen geben.

Im Fokus stehen dabei die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie, Arbeitskämpfe ohne Gesetz, Wechsel von Tarifeinheit zu Tarifpluralität, Differenzierung nach Gewerkschaftszugehörigkeit, Tarifautonomie versus gesetzliche Mindestlöhne, Attraktivität der Tarifbindung, Renaissance der Tariftreue, Fortentwicklung der Tarifautonomie in Europa, EU-Osterweiterung und Sozialrechtsfragen sowie Aktionen und Blockaden Internationaler Gewerkschaften in Europa und weltweit.

Fazit: Lehmann hat die brisante Thematik vielschichtig aufbereitet und eine interessante Diskussion entstehen lassen. Die verschiedenen Standpunkte zeigen die mögliche künftige Gestaltung des Arbeitsrechts und der Tariflandschaft auf und bekennen sich zur einen oder zur anderen Seite.
 

Kein Papier mehr? Dann ist AuA-Digital genau das Richtige für Sie. Einfach 60 Tage kostenlos testen. Nutzen Sie die papierlose Abrufbarkeit von tausenden Fachinformationen und Entscheidungs-Kommentaren.

Printer Friendly, PDF & Email

So nennt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) Kinder, die tagtäglich als Hausangestellte schuften, teilweise unter gefährlichen, manchmal

Ab einem Body-Maß-Index (BMI) von 40 können Arbeitnehmer als behindert gelten, wie aus den Schlussanträgen des Generalanwalts beim EuGH, Niilo

Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Lebensarbeitszeit in der Europäischen Union bei 35,4 Jahren. Damit ist sie seit 2005 um 1,9 Jahre

Extremes Übergewicht kann eine Behinderung sein, entschied der EuGH im Vorabentscheidungsverfahren mit Urteil vom 18.12.2014 (C-354/13).

Der Mann -

Die Kündigung gegenüber einem minderjährigen Auszubildenden geht seinem gesetzlichen Vertreter zu, wenn sie mit dem erkennbaren Willen des Erklärenden