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Dr. Alexander Insam Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator, Partner, GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB, Frankfurt Bild: Insam
Bild: Insam
Lesedauer: ca. 3 Minuten
PERSONALPRAXIS

„Erfahrungswissen ist das größte Gut des Anwalts“

Wären Sie nicht Arbeitsrechtler geworden, was dann?

Früher Basketballprofi, später Personalleiter, heute habe ich als Anwalt meine Berufung gefunden.

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Jura hat mich interessiert, weil ich die „Spielregeln für Erwachsene“ verstehen wollte und die Berufsbilder so vielfältig waren. Arbeitsrechtler und Anwalt bin ich geworden, weil mich fasziniert, warum manche Teams und Organisationen gut zusammenarbeiten und andere nicht. Je komplexer die Situation, desto spannender finde ich den Entscheidungsprozess.

Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt und welcher Rat hat Ihnen am meisten genützt?

„Deliver or Die“ war der etwas martialische Spruch meiner ersten Kanzlei White & Case. Die Kernaussage darin ist wichtig: Halte deine Versprechen gegenüber Mandanten und liefere immer. Denn meine Mandanten kommen in schwierigen Situationen zu mir und erwarten und bekommen Verlässlichkeit.

Wozu haben Sie zuletzt Nein gesagt?

Wenn ich in meinen Kalender oder auf meine To-do-Liste schaue, sage ich heute immer noch eindeutig zu wenig „Nein“. Allerdings ist das Geheimnis auch nicht immer „Nein“ zu sagen.

Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?

Ich nutze vor allem LinkedIn als professionelles Netzwerk. Einerseits poste ich fachliche Beiträge, andererseits interagiere ich auch mit meinem Netzwerk. Zudem pflege ich stetig mein persönliches Live-Netzwerk – „Never eat alone“ schätze ich sehr. Beim Lunch oder Kaffee entsteht Deep Talk, den ich mehr als Small Talk schätze.

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?

Mich als Anwalt zu fokussieren. FOMO ist auch bei Anwälten verbreitet. Ich wollte zunächst kein Thema verpassen. Dabei hat mir dann die Spezialisierung auf die Beratung von Banken im Vergütungsrecht viele neue fachliche Türen geöffnet.

Welche Themen stehen in den nächsten Monaten auf Ihrer Agenda?

Aktuelle Hot Topics sind für mich das BRUBEG, das gerade im Bundestag verabschiedet wurde und neue Governance-Spielregeln für Vorstände und Aufsichtsräte in Banken beinhaltet, sowie die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie.

Was bedeutet Arbeit für Sie?

Arbeit ist für mich sehr sinnstiftend. Allerdings glaube ich, dass der Prozess, den Sinn der eigenen Tätigkeit zu entdecken, auch Zeit braucht. Ich mag sehr gerne Takumi, den japanischen Begriff der Meisterschaft, die man nach 50.000 Stunden Beschäftigung erreicht. Die Marke habe ich inzwischen geknackt.

Was können sich Ihre Kollegen von Ihnen abschauen?

Zielstrebigkeit mit freundlicher Umsetzungsstärke. Immer wieder die Extrameile gehen.

Welche Eigenschaft schätzen Sie besonders an anderen Menschen?

Verlässlichkeit. Sagen was man tut und tun was man sagt.

Wie haben sich Ihre Ziele im Laufe Ihres Lebens verändert?

Am Anfang wollte ich Geld verdienen. Heute habe ich das große Glück, dass mir mein Beruf mit jedem Jahrzehnt mehr Freude bereitet, weil Erfahrungswissen das größte Gut des Anwalts ist. Der kreative Prozess und die Art und Weise, wie Recht zur Gestaltung genutzt werden kann, rückt immer mehr in den Vordergrund.

Wofür hatten Sie schon als Kind eine Begeisterung, die Sie bis heute behalten haben?

Strategie und Computerspiele – u. a. Schach, GO, Civilization, Dota, Tekken 8. Ich mag Spiele, die Können und Nachdenken fördern und fordern.

Womit würden Sie sich gerne richtig gut auskennen?

Mit der italienischen Sprache.

Auf welche Rituale könnten Sie nicht verzichten?

Schokolade, Kaffee und einen guten Riesling.

Wen würden Sie gern einmal treffen?

Dirk Nowitzki, Maximilian Busser, Jean-Luc Picard.

Was ist Ihre größte Leidenschaft?

Go „Deep“ – mich mit Themen, die mich interessieren, sehr intensiv zu beschäftigen und vor allem viele Bücher darüber zu lesen, wie z. B. zu mechanischen Armbanduhren und Uhrmachern.

Worauf freuen Sie sich derzeit am meisten?

Den nächsten Skiurlaub mit meiner Familie.

Welchen Rat geben Sie Ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg?

Trust the process. Small things matter. Es ist besser, unperfekt loszulaufen, als perfekt zu zögern.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Groß zu sein, bedeutet Güte schenken.

Dr. Alexander Insam

Dr. Alexander Insam

Dieser Artikel im Heft

„Erfahrungswissen ist das größte Gut des Anwalts“

Seite
52
bis
53