Donnerstag, 11. Oktober 2018

Bleisure: Von der Dienstreise direkt in den Urlaub?

Quelle: pixabay.com

Viele Arbeitgeber ermöglichen inzwischen sog. „Bleisure-Trips“. Die Möglichkeit, Beruf und Freizeit zu kombinieren, kommt bei den Arbeitnehmern gut an und stärkt die Bindung zum Unternehmen. Laut einer repräsentativen Studie von SAP Concour unter 1.053 Berufstätigen wird das Angebot von den Beschäftigten gern angenommen. Damit reagieren Arbeitgeber auf das aktuelle Zeitalter, in dem Berufs- und Privatleben immer mehr miteinander verschmelzen. Die Digitalisierung macht es zwar möglich, dass jeder Ort – also auch der Urlaubsort – zum Arbeitsplatz wird, hierunter können aber ebenso persönliche Beziehungen leiden.
Mit Bleisure wird der Spieß ganz einfach umgedreht. Businesstrips können um einen Urlaub verlängert werden. Knapp die Hälfte der Befragten begrüßt die Möglichkeit, nach einer Geschäftsreise nicht sofort nach Hause fahren zu müssen. 47 % möchten gern eine Auszeit anschließen und jeder dritte Studienteilnehmer hat das auch schon getan.

Die Studie ging darüber hinaus der Frage nach, wie Bleisure in der Praxis bevorzugt genutzt wird. Dabei fällt auf, dass jeder Dritte seine Geschäftsreise nur dann verlängern möchte, wenn er seinen Partner oder seine Familie mitnehmen kann. Der Partner steht dabei eindeutig am höchsten im Kurs. Er wird am häufigsten genannt. Die Kinder folgen mit deutlichem Abstand. Jeder Vierte der Befragten würde sie gern mit auf den verlängerten Business-Trip nehmen. Jeweils 9 % würden gern Eltern und Geschwister oder aber ihre tierischen Freunde mitnehmen.
Beim Bleisure-Trend ist auch das Alter entscheidend. 44 % der Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren haben Interesse daran, eine berufliche Reise mit einem Urlaub zu verlängern. Bei den über 40-jährigen bzw. über 60-jährigen sind es hingegen nur noch 25 bzw. 12 % der befragten Personen.

Die Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Galt es vor einigen Jahren noch als anrüchig, die Dienstreise mit einem Urlaub zu kombinieren, können Unternehmen mit einem solchen Angebot heute bei vielen Arbeitnehmern punkten.

Noch kein Abonnent von Arbeit und Arbeitsrecht (AuA)? Hier können Sie drei Ausgaben kostenfrei testen!