Dienstag, 5. Juni 2018

Coaching für die Personalentwicklung?

Quelle: pixabay.com

Unternehmen, deren Personal sich weiterentwickelt, sind langfristig erfolgreicher. So setzen Personaler immer mehr auf Coaching der Mitarbeiter, um deren Führungskompetenzen weiterzuentwickeln oder Strategien zur Konfliktbewältigung zu schulen. Arbeitgeber greifen zunehmend auf externe Coaches zurück, um Arbeitnehmer im Zuge der Veränderungen professionell zu unterstützen. Welche Anforderungen stellen Personaler an die Experten, die solche Coaches beauftragen? Mit welchen Herausforderungen kämpfen sie? Die aktuelle Studie „Coaching: Erfolgreiches Instrument der Personalentwicklung? Wie Personaler darüber denken und wie sie Coaching konkret im Unternehmen einsetzen“ von Xing und der Universität Salzburg ging diesen Fragen nach. Online wurden rund 750 Personaler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Die Ergebnisse finden sich in einem Whitepaper wieder.

Noch vor fünf Jahren galt Coaching für die Befragten als eher irrelevant. Nur etwa jeder vierte Personaler befasste sich mit dem Thema (26 von 100 %). Heute nimmt sich bereits knapp jeder Zweite dem Thema an (49 %). Nach Schätzungen wird die Zahl in den kommenden Jahren auf etwa 60 % steigen. Coaching hat sich als fester Bestandteil der Personalentwicklung etabliert. Laut Umfrageergebnissen wird das HR-Instrument bereits bei zwei Dritteln der befragten Personaler in ihrem Unternehmen angewandt. Es gibt jedoch auch Gründe für die Ablehnung solcher Maßnahmen. 30 % der Personaler gaben an, dass dies nicht notwendig sei. Für 27 % spielen die zu hohen Kosten eine gewichtige Rolle. Bei 23 % bestehe kein Interesse. Nur 6 % gaben Barrieren als Grund für ihre Zurückhaltung an. Immerhin die Hälfte plant, Coaching zukünftig als interne Dienstleistung anzubieten.

Führungsqualitäten stehen ganz oben auf der Schulungsliste in vier von fünf Unternehmen (80 %), die ihre Mitarbeiter coachen. An Position zwei befindet sich die Konfliktbewältigung, die 68 % auf ihrer Agenda haben. Die persönliche Entwicklung/Persönlichkeitsentfaltung rangiert mit 65 % auf Rang drei.
77 % der Führungskräfte nehmen an Schulungen für ihre Leadership-Skills auf eigenen Wunsch teil. Schulungen für „normale“ Mitarbeiter finden auf Wunsch nur in 41 % der Unternehmen statt. Unter den Abteilungen, in denen Lehrgänge stattfinden, steht HR und Management ganz vorne. Externe Trainer werden dabei bevorzugt gebucht, da sie die nötige Neutralität und Unabhängigkeit mitbringen. Schulungen gehören zur den kostenintensiven Maßnahmen, um die Arbeitsleistungen zu optimieren. Mit der Erfolgskontrolle der Coachings tun sich die Betriebe jedoch offenbar schwer. Knapp die Hälfte der befragten Personaler nutzt einen selbst erstellten Fragebogen, um die Zufriedenheit der Teilnehmer nach einer erfolgten Maßnahme zu prüfen. Rund ein Viertel verzichtet auf Erfolgskontrollen. Angesichts des hohen Kosten- und Wettbewerbsdrucks überrascht das, denn die Firmen investieren viel in die Angestellten, ohne eine systematische Evaluation der Ergebnisse vorzunehmen.

Noch kein Abonnent von Arbeit und Arbeitsrecht (AuA)? Hier können Sie drei Ausgaben kostenfrei testen!