Deutsche Arbeitskosten steigen im EU-Vergleich stärker

©Frank Ulbricht/ pixelio.de
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Die Arbeitskosten sind in Deutschland 2011 wieder angestiegen – und das sogar stärker als im EU-Durchschnitt. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Deutschland liegt mit Kosten von 30,10 Euro pro Arbeitsstunde an siebter Stelle unter den EU-Ländern. Das ist ein Anstieg von etwa 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit sind die Kosten 2011 in Deutschland zum ersten Mal seit 2000 stärker als im EU-Durchschnitt (2,7 %) angestiegen. In der EU kostete 2011 eine Arbeitsstunde durchschnittlich 23,10 Euro. Höhere Arbeitskosten gibt es EU-weit nur in Belgien, Frankreich, Schweden, Dänemark, Luxemburg und den Niederlanden. Die Krisenländer Irland, Italien, Spanien und Griechenland liegen mit Kosten von 12,00 bis 26,80 Euro im Mittelfeld. Die geringsten Lohnkosten haben die Tschechischen Republik, Ungarn, Polen und Bulgarien.

Von 2000 bis zum Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 wuchsen die Arbeitskosten in Deutschland im Jahresdurchschnitt um lediglich 1,8 %, während es im Mittel der Währungsunion 3 und im Durchschnitt der EU 3,6 % waren.  „Die Zahlen unterstreichen, was wir an vielen Parametern ablesen können: Deutschland ist ein Land mit hervorragender internationaler Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK.

Zu den Arbeitskosten zählen neben dem Bruttolohn die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung sowie als Arbeitskosten geltende Steuern.

Darüber hinaus hat die relativ schwache Lohnentwicklung im vergangenen Jahrzehnt nach der IMK-Untersuchung auch die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland geschwächt: Seit Gründung der Währungsunion 1999 ist die Wirtschaft in Deutschland um gut 20 % gewachsen, analysieren die Wissenschaftler. Die realen Rentenzahlbeträge gingen im gleichen Zeitraum aber um beinahe 20 % zurück.

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