Doping bei Arbeitern nimmt zu – Krankenstand sinkt

© Verena Münch / pixelio.de
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Rund drei Millionen Beschäftigte in Deutschland nehmen leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente. Damit stieg laut DAK-Gesundheitsreport „Update: Doping am Arbeitsplatz“ die Zahl derer, die Substanzen zur Stressbewältigung oder Leistungssteigerung nehmen, in den letzten sechs Jahren von 4,7 auf 6,7 %. Betroffen sind insbesondere Menschen mit unsicheren Jobs oder solche, die einfache Tätigkeiten ausführen. Aufgrund einer geschätzten Dunkelziffer von bis zu 12 % kann man aber insgesamt sogar von fünf Millionen Erwerbstätigen mit Erfahrung im Hirndoping ausgehen.

Gründe für den Medikamentenmissbrauch sind hoher Leistungsdruck, Stress und Überlastung. 8,5 % der Arbeitnehmer mit einfachen Tätigkeiten gaben an, bereits Medikamente zur Leistungssteigerung oder Stimmungsverbesserung genommen zu haben. Bei Gelernten und Qualifizierten Beschäftigten liegt die Quote genau im Schnitt von 6,7 %. Hochqualifizierte dopten sich hingegen kaum, der Wert liegt bei 5,1 %. Bei der Wahl der Mittel und der erwarteten Wirkung gibt es nach Angaben des DAK-Vorstandschefs Herbert Rebscher deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Frauen eher Mittel gegen Depressionen nehmen, um die Stimmung zu verbessern, Ängste und Nervosität abzubauen, greifen Männer zu anregenden Mitteln. So wollen sie wach, stark und leistungsfähig bleiben.

Der Gesundheitsreport gibt zugleich einen Überblick über den Krankenstand der Arbeitnehmer. Hiernach lag für knapp jeden Zweiten (48 %) im Jahr 2014 eine Krankschreibung vor. 2013 waren es 51 %. Spitzenreiter bei den Erkrankungen sind Muskel-Skelett-Beschwerden (22,7 %), psychische Probleme (17 %) und solche des Atmungssystems, wie Erkältungen mit 14 %.
Die Branchen Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung sowie Verkehr, Lagerei und Kurierdienste verzeichneten vergleichsweise die höchsten Krankenstände hierzulande.

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