Entgelttransparenzgesetz wird wenig in Anspruch genommen

Quelle: pexels.com
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Das Entgelttransparenzgesetz wird bisher nur schleppend wahrgenommen. Laut eines Praxischecks von Ernst und Young sind die Auswirkungen bisher gering. Zahlreiche Betroffene halten das Gesetz für nicht notwendig, aufwändig oder werden es selbst nicht in Anspruch nehmen.

Mit Wirkung zum Jahresbeginn hat der Bundestag ein Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen auf den Weg gebracht. Ziel soll es sein, Licht in die Lohnlücken zwischen den Geschlechtern zu bringen. Seit Jahresbeginn sollen demnach Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten berechtigt sein, die Offenlegung von betrieblichen Entgeltregelungen zu verlangen.

In der Praxis wird diese Möglichkeit von den Mitarbeitern jedoch nur äußerst zögerlich wahrgenommen. Ungefähr die Hälfte der Führungskräfte ist davon überzeugt, dass Männer mehr verdienen als Frauen. Gleichwohl sind aber 40 % der Meinung, eine vollständige Gehaltstransparenz sorge für Neid und Unruhe. 30 % meinen hingegen, dass hierdurch mehr Gerechtigkeit und Zufriedenheit im Unternehmen entsteht. Die meisten leitenden Angestellten geben zudem die aufwändige Umsetzung des Gesetzes zu bedenken. So sei es äußerst schwierig, gemäß § 4 EntGTranspG gleiche oder gleichwertige Berufsgruppen aufzustellen.

Hinzu kommt: Nur jeder achte befragte Arbeitnehmer möchte zukünftig einen individuellen Auskunftsanspruch geltend machen. Überwiegend ist Neugierde der Motivationsgrund. Frauen ziehen hingegen die Vermutung einer Schlechterbezahlung gegenüber Männern als Inanspruchnahme des Gesetzes in Betracht. 50 % wollen gänzlich davon absehen, Informationen über interne Gehaltsstrukturen zu verlangen.

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