Ramadan als Herausforderung für Arbeitsmediziner

(c) Halina Zaremba / pixelio.de
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Zurzeit stehen Betriebs- und Werksärzte vor der Herausforderung, die Fastenzeit von Arbeitnehmern islamischen Glaubens zu begleiten. Gerade „der Verzicht auf Flüssigkeit kann bei schwerer körperlicher Belastung speziell im Hochsommer zu Konzentrationsstörungen oder gar Dehydrierung führen“, sagt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Dies kann Folgen für den Gesundheitsschutz im Unternehmen haben.

Der Ramadan ist für viele Gläubige fester Bestandteil ihrer Religionsausübung. Der Fastenmonat startete in diesem Jahr am 9. Juli und endet am 7. August. Während dieser Zeit ist das Essen und Trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht erlaubt. Da dies über viele Wochen praktiziert wird, ist gerade gegen Ende des Fastenmonats die Gefahr von Gesundheitsbeeinträchtigungen sehr groß, denn der Körper wird über einen langen Zeitraum geschwächt und regelrecht ausgezehrt. Auch das nächtliche Essen nach Sonnenuntergang ändert daran nichts, im Gegenteil belasten dann die späten und meist üppigen Mahlzeiten den Körper zusätzlich.

Problematisch wird das Einhalten der Fastenregeln im alltäglichen Betriebsablauf, wenn große Hitze in den heißen Sommertagen, Stress oder harte körperliche Arbeit hinzutreten. Deshalb ist es nach Ansicht des VDBW notwendig, entsprechend günstige Bedingungen in den Betrieben zu schaffen. Ein verantwortlicher Umgang mit der Situation seitens der Führungskräfte heißt auch, aufmerksam in Bezug auf den Gesundheitszustand zu sein. Frühzeitiges Erkennen von Unkonzentriertheit oder ungewöhnlicher Schwäche verhindert bedrohliche Situationen und Unfälle nicht nur in Bezug auf die Mitarbeiter, sondern auch hinsichtlich des Betriebs und der anderen Beschäftigten. Eine weitere Möglichkeit Risiko zu vermindern liegt in einer Umverteilung oder Umstrukturierung der Arbeit während des Fastenmonats. Der Arbeitgeber kann Unterstützung und Hilfe anbieten, zudem ist eine medizinische Aufklärung und Beratung durch Betriebsärzte sinnvoll.

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