So gelingt die Integration von Expats

Quelle: pixabay.com
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Der Begriff Global Talent Mobility gewinnt immer mehr an Bedeutung. Er bezeichnet Menschen, die aus beruflichen Gründen in ein anderes Land ziehen und sich dort ein neues Leben aufbauen. Die sog. Expats setzen auf die Unterstützung ihres Arbeitgebers, wenn es um die Umsiedlung geht. Auch den Arbeitgebern liegt viel an ihren Expats. Welche Bedürfnisse haben diese unterschiedlichen Gruppen? Was sagen sie zur Unterstützung ihres Unternehmens und welche Lücken sehen sie dabei?

In einer aktuellen Studie von InterNations Business Solutions wurde untersucht, wie Expats die emotionalen und sozialen Herausforderungen einer solchen Umsiedlung bewerten und welche Unterstützung sie sich dabei von ihrem Arbeitgeber wünschen. Drei Expat-Gruppen, die für internationale Arbeitgeber besonders interessant sind, hat man hierfür gegenübergestellt: Mitarbeiter auf Auslandsentsendung, Fachkräfte aus dem Ausland sowie die Lebenspartner, von denen diese Expats begleitet werden.
Derzeit ist die Bandbreite an Angeboten hoch. Arbeitgeber bieten Sprachkurse, zahlen umzugsbedingte Ausgaben, unterstützen beim Umzug oder bieten andere Benefits. Die Zufriedenheit hinsichtlich der Umsiedlung ist hoch, denn mehr als dreiviertel der Befragten Expats gaben an, dass sie mit ihrem Leben im Ausland glücklich seien. In einem Bereich gibt es allerdings Nachholbedarf: Mehr als 60 % der Studienteilnehmer wünschen sich bei ihrer Relocation mehr Möglichkeiten zur sozialen Kontaktpflege. Auch der Wunsch nach lokalen Networking-Angeboten und nach der Mitgliedschaft in einer Expat-Organisation ist hoch. Ist ein Defizit bei sozialen Angeboten für Expats vorhanden, wirkt sich dies direkt auf deren Wohlbefinden aus. So nannten Expats, die mit ihrer Situation unzufrieden waren „nicht genügend Möglichkeiten zur Kontaktpflege“ als zweithäufigsten Grund für ihre Unzufriedenheit.

Die Leiterin der Studie, Theresa Häfner, fasst zusammen: „Wenn Mitarbeiter ins Ausland gehen oder Fachkräfte aus dem Ausland hierzulande angesiedelt werden, lassen sie ihre Freunde, Unterstützer und beruflichen Kontakte zurück. Eine große Zahl von Expats ringt ganz offenkundig damit, ein soziales Netzwerk aufzubauen. Dieser Prozess gelingt bei vielen Expats nicht von selbst, sondern erfordert Hilfestellung seitens der Arbeitgeber.“

Für Unternehmen bringt eine Auslandsentsendung andere Herausforderungen mit sich, als die Rekrutierung einer ausländischen Fachkraft. Diesbezüglich bietet die Untersuchung wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse von Expats. Ihren Aussagen zufolge erhalten Fachkräfte aus dem Ausland bisher generell weniger Unterstützung als Mitarbeiter, die ins Ausland entsandt werden. Ein wichtiger Anknüpfungspunkt für Arbeitgeber.
Ebenfalls interessant ist der Blick auf die Onboarding-Phase. Unternehmen konzentrieren sich mit ihren Hilfsangeboten häufig nur auf die ersten Monate. Im Idealfall sind die Expats nach der Eingewöhnungsphase in ihrer neuen Heimat angekommen, bewegen sich emotional wieder in ihrer Komfortzone und erreichen im Beruf ein hohes Produktionsniveau. Die Studie zeigt, dass das Zufriedenheitsgefühl tatsächlich in den ersten zwei bis fünf Jahren nicht signifikant zunahm. Vielmehr stagnierte es bei 55 % Zustimmung. Bei den internationalen Fachkräften sank das Gefühl „angekommen zu sein“ in diesem Zeitraum von 55 auf 53 %.

Arbeitgeber sollten das Ungleichgewicht zwischen Angeboten für Fachkräfte aus dem Ausland und Mitarbeitern, die ins Ausland entsandt werden, entschärfen. Auffällig ist auch, dass Lebenspartner von Expats oftmals noch weniger Unterstützung als die für das Unternehmen arbeitenden Expats erhalten. Die Studienverantwortlichen empfehlen, sich über die Abteilungsgrenzen hinweg auszutauschen und „ihre Kompetenz im Umgang mit globalen Talenten in allen relevanten Bereichen zu stärken.“

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