Social Media: Ich bin dann mal bei Facebook, Chef!

© PIXELIO/Gerd Altmann
© PIXELIO/Gerd Altmann

Das dürfte Arbeitgebern die Sorgenfalten auf die Stirn treiben: Etwa die Hälfte der Arbeitnehmer ist in Sozialen Netzwerken unterwegs. Und genauso viele glauben auch, dass die Arbeitsqualität leidet, wenn jemand lieber sein Facebook-Profil updatet, statt sich uneingeschränkt seinem Job zu widmen.

Das hat der aktuelle Kelly Global Workforce Index zu Tage befördert. Befragt wurden 4.000 Menschen in Deutschland. Davon befürchteten rund 52 % negative Auswirkungen auf die Produktivität, wenn sich Mitarbeiter während der Arbeitszeit in den Social Media bewegen. 31 % stünden der Vermischung von Privatem und Beruflichem zumindest skeptisch gegenüber.

Befragt man dagegen nur die Arbeitnehmer, sähen 46 % keinen guten Grund, warum man ihnen am Arbeitsplatz den Zugang zu ihren privaten Netzwerken verwehren sollte. Es seien auch lediglich 11 % der befragten Mitarbeiter bislang aufgefordert worden, sich während der Arbeit von Facebook & Co. fernzuhalten.

17 % fänden zudem nicht dabei, ihre Meinungen über Job und Arbeitgeber in ihren sozialen Netzwerken kundzutun. „Problematisch ist dabei neben dem Ablenkungseffekt auch die Kommunikation: Wie äußert sich der einzelne Mitarbeiter z. B. bei Online-Diskussionen zu unternehmensrelevanten, ggf. sensiblen Themen?”, warnt Dinette Koolhaas von Kelly Services.

Doch so ungern Unternehmen es sähen, wenn sich die Belegschaft während der Arbeit in privaten Netzwerkeln tummelt, so sehr seien sie mittlerweile selbst auf die Social Media als Kommunikationsplattform und Akquise-Instrument angewiesen. Ein Viertel der Befragten halte eine Social Media-Präsenz des Unternehmens für notwendig und wünschenswert. High Potentials würden sich zunehmend so über potenzielle Arbeitgeber informieren und bewerben. Etwa ein Viertel wähle bereits ausschließlich diesen Weg.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die private Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz in weiten Teilen etabliert hat und aus Arbeitnehmersicht, besonders in der jüngeren Generation, vielerorts bereits unter ‚Gewohnheitsrecht‘ fällt. Vielen Arbeitgebern ist noch nicht ganz klar, wie sie damit umgehen sollen, auch und gerade im Hinblick auf Datenschutz und Unternehmensinterna“, so das Fazit von Koolhaas.

 

Printer Friendly, PDF & Email

Social Media sind aus dem privaten Umfeld kaum noch wegzudenken. Aber auch Firmen ziehen nach: Schon 47 % der deutschen Unternehmen nutzen bislang

In puncto neue Medien scheiden sich die Geister: Die einen sind begeisterte Nutzer von Facebook, Xing und Co., andere halten sich fern und mögen kein

Laut einer Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) informiert sich über die Hälfte (52%)

Jobsuche 2.0: Fast ein Viertel aller Jobsuchenden hält mittlerweile auch auf Social Media-Seiten Ausschau nach einer neuen beruflichen Herausforderung

Während die Senioren unter den Youngsters, bestehend aus Studenten und Young Professionals, der Jobsuche via Facebook noch eher skeptisch

Privat über Facebook & Co. zu kommunizieren, gehört mittlerweile zum Leben dazu. Doch Informationsaustausch findet auch in Unternehmen statt. Warum