Ständige Erreichbarkeit: Dank Smartphones immer „on the job“

© Daniel Rennen/pixelio.de
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Samstagabend, 22 Uhr, in einer Kneipe: „Hey, Leute, seid mal kurz still, mein Boss ist am Telefon!“ Okay, ganz so weit dürfte es noch nicht gekommen sein. Doch klar ist auch: Der Einzug der Smartphones hat die Work-Life-Balance nicht unbedingt ins Lot gerückt.

So ruft fast die Hälfte der Beschäftigten auch nach Dienstschluss noch mobil E-Mails ab oder führt geschäftliche Gespräche. Das hat die Studie „Bewerbungspraxis 2012“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) in Zusammenarbeit mit Monster gezeigt. Jeder zweite Mitarbeiter bleibt seinem Smartphone oder Laptop sogar noch im Urlaub beruflich verbunden.

„Eine klare Trennung zwischen Job und Freizeit gibt es für viele Beschäftigte nicht mehr“, stellt Bernd Kraft fest, Vice President bei Monster. „Das mögen einige mehr und andere weniger als Belastung empfinden. Wichtig ist aber immer, dass sich Arbeitgeber Gedanken machen und diese mit den Mitarbeitern diskutieren. Beschäftigte sollten das Gefühl haben, dass ihr Privatleben ernst genommen und respektiert wird. Das erhöht langfristig die Zufriedenheit und auch die Leistungsfähigkeit. Hier sollten Unternehmen bewusst gegensteuern, Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen.“

Denn so sehr die ständige Erreichbarkeit – und damit einhergehend eine größere Flexibilität – das Arbeitsleben einerseits erleichtert, hindert es viele im übertragenen Sinne daran, einfach mal „abzuschalten“. Aber Erholung ist wichtig. Ständige hohe Arbeitsbelastung und Stress bieten ein ideales Umfeld, in dem Burnout und Depressionen gedeihen. Die Folge: ein erhöhter Krankenstand.

Doch noch etwas Anderes hat die Studie zutage befördert. So beeinflusst der Einzug der Smartphones auch das Verhalten von Bewerbern. „Schon jeder Vierte sucht derzeit mobil und hat dadurch natürlich auch zunehmend andere Erwartungshaltungen an Webseiten und Antwortzeiten der Unternehmen“, berichtet Prof. Dr. Tim Weitzel von der Universität Bamberg.

 

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