Von Faulenzern und Zeitverschwendern

(c) Rainer Sturm / pixelio.de
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Ein schwedischer Soziologe fand heraus, dass Beschäftigte im Durchschnitt bis zu drei Stunden am Tag mit privaten Tätigkeiten verbringen. Wie die Wirtschaftswoche unter Verweis auf das US-Magazin „The Atlantic“ berichtet, existiere das Problem so erwiesenermaßen u. a. in den USA, Singapur, Finnland und Deutschland.

Der Soziologe Roland Paulsen hatte dazu ausführliche Interviews mit 40 Menschen geführt, die die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit privaten Dingen verbracht haben sollen. Indizien für das wahre Ausmaß der privaten Aktivitäten am Arbeitsplatz gebe es einige: So fielen etwa 70 % des Traffics auf pornografischen Webseiten auf die Arbeitszeit ebenso wie sechs von zehn Onlineeinkäufen.

Vor allem in Bürojobs herrsche vielfach eine Kultur der Verlogenheit. Viele Mitarbeiter würden keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen und sie lediglich ausführen, um ihre Rechnungen bezahlen zu können. Aber niemand würde offen hierzu stehen. Menschen in weniger anspruchsvollen Jobs würden sich oft nicht ausgefüllt fühlen. Sie flüchteten dann in (private) Tätigkeiten, die sie stärker befriedigen. In größeren Organisationen hätten Arbeitnehmer z. T. auch zu wenig zu tun. Einen Grund dafür, dass das Problem nicht ausgelasteter Mitarbeiter häufig unentdeckt bleibt, liefern die Arbeitgeber laut Paulsen indes selbst: Wer sich an seinen Vorgesetzten wende, um auf den Mangel aufmerksam zu machen, schieße damit häufig ein Eigentor. Denn anstatt mehr Aufgaben zu bekommen, sei die Folge nicht selten, dass die Arbeitszeit des Betroffenen reduziert werde.

Auf der anderen Seite vergeuden Beschäftigte wertvolle Arbeitszeit mit ineffizienten Zeitfressern. Nach der Umfrage „Die große Office-Studie 2014“, die die GfK für die Made in Office GmbH durchgeführt hatte, entfallen mehr als zwei Stunden der täglichen Arbeit mit Office-Programmen auf sich ständig wiederholende Prozesse. Nur die wenigsten Büroangestellten aber wüssten, dass es für jedes Programm Makros und Add-ins gibt, die die immer gleichen Prozesse automatisieren bzw. könnten diese nicht richtig anwenden. Dabei ließe sich so die Produktivität der Mitarbeiter um bis zu 25 % steigern – viel Optimierungspotenzial für Unternehmen.

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