EGMR: Kreuz-Kette am Arbeitsplatz erlaubt

© Elisabeth Patzal/pixelio.de
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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat grundsätzlich das Recht christlicher Angestellter anerkannt, am Arbeitsplatz sichtbar eine Kette mit einem Kreuz zu tragen (Urteile v. 15.1.2013 – 48420/10, 59842/10, 51671/10 und 36516/10). Geklagt hatten vier britische Staatsbürger.

Bei einer „British Airways“-Mitarbeiterin stellte der EGMR einen Verstoß gegen Artikel 9 der Europäischen Menschenrechte (Freiheit der Religionsausübung) fest. Sie hatte eine Kette mit einem Kreuz über der Uniform getragen. Die Kleidungsvorschrift der Fluglinie hatte jedoch vorgesehen, dass religiöse Symbole abzulegen oder unter der Uniform zu tragen sind. Die Richter sprachen der Mitarbeiterin des Bodenpersonals eine Entschädigung von 2.000 Euro zu.

Anders entschied der EGMR im Fall einer Krankenschwester, die ebenfalls während der Arbeitszeit eine Kreuzkette tragen wollte. Weil die Krankenschwester auch alte Menschen pflege, sei der Schutz der Gesundheit der Patienten aber vorrangig ebenso wie die Sicherheit im Krankenhaus. Bei unbedachten Bewegungen könnten sich Patienten verletzen.

Abgewiesen wurden auch die Klagen einer Standesbeamtin und eines Sexualtherapeuten. Sie weigerten sich aus religiösen Gründen, homosexuelle Paare zu trauen bzw. zu beraten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
 

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