Telefonische Morddrohung rechtfertigt fristlose Kündigung

Quelle: pixabay.com
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Bedroht ein Mitarbeiter einen Vorgesetzten massiv, ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. Das entschied das ArbG Düsseldorf mit Urteil vom 15.8.2016 (7 Ca 415/15).

Der Arbeitnehmer war seit 1988 bei dem Arbeitgeber beschäftigt. Seinen Vorgesetzten soll er am Telefon mit den Worten „Ich stech´ dich ab“ bedroht haben. Hintergrund sei ein vorangegangener Konflikt anlässlich einer Personalratswahl gewesen. Der Vorgesetzte habe den Beschäftigten an seiner markanten Stimme erkannt. Daraufhin kündigte man dem Mann fristlos, der sich mit einer Kündigungsschutzklage wehrte.
Strafrechtliche Ermittlungen hatten ergeben, dass die Führungskraft am 19.12.2014 gegen 20:50 Uhr von einer Telefonzelle angerufen worden ist. Diese war rund 3,5 km von der Wohnung des Beschäftigten entfernt.
Der betroffene Mitarbeiter hatte angegeben, er habe sich zum Zeitpunkt des Telefonanrufs vor seinem Wohnhaus befunden. Dies könnten ein Nachbar und seine geschiedene Ehefrau bestätigen.
Nach der Beweisaufnahme, bei der der Vorgesetzte, die geschiedene Ehefrau und der Nachbar vernommen wurden, gelang die Kammer zu der Überzeugung, dass der Kläger den Anruf getätigt hatte. Er habe seinen Chef ernsthaft und nachhaltig bedroht und damit erheblich gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten verstoßen. Unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalls sei eine Weiterbeschäftigung nicht zumutbar. Eine vorherige Abmahnung sei deshalb entbehrlich gewesen.

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