Elterngeldreform: Mehr Anreize für Väter geplant
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will die geplante Reform des Elterngelds anpassen. Statt einer ursprünglich vorgesehenen Verkürzung der Bezugsdauer auf zwölf Monate sollen Eltern weiterhin bis zu 14 Monate Basiselterngeld erhalten. Das geht aus einem überarbeiteten Konzept des Bundesfamilienministeriums hervor, über das das ARD-Hauptstadtstudio berichtet.
Vorgesehen ist ein neues Aufteilungsmodell: Vier Monate sind jeweils für Mutter und Vater reserviert, sechs weitere können die Eltern flexibel untereinander verteilen. Alleinerziehende sollen ebenfalls bis zu 14 Monate Anspruch haben. Zudem soll ein gleichzeitiger Bezug durch beide Elternteile wieder unbegrenzt möglich sein.
Auch bei der Höhe der Leistung sind Änderungen geplant. In den reservierten Monaten soll das Elterngeld 80 % des vorherigen Nettoeinkommens ersetzen, in den übrigen Monaten 50 %. Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro steigen. Darüber hinaus ist eine längere Zahlung des Geschwisterbonus vorgesehen.
Mit dem neuen Modell will Prien insbesondere die Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung stärken. Zugleich reagiert sie auf die Kritik an den ursprünglichen Kürzungsplänen. Besonders überzeugt habe sie die Frage von Familien: „Wie sollen wir das hinkriegen mit der Eingewöhnung in der Kita?“, sagte die Ministerin dem ARD-Hauptstadtstudio.
An den Sparbemühungen hält das Ministerium fest. Ab 2030 sollen durch die Reform knapp 1,3 Milliarden Euro eingespart werden – weniger als ursprünglich geplant. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, bezweifelt, dass die angestrebten Einsparziele damit erreicht werden. Aus haushaltspolitischer Sicht gehe die Reform „in die falsche Richtung“, kritisierte er gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio.
Die geplanten Änderungen sollen das Elterngeld weiterentwickeln und eine partnerschaftlichere Aufteilung der Kinderbetreuung fördern. Die konkrete Ausgestaltung bleibt abzuwarten.
Quellen: tagesschau.de, dpa
