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 Bild: Axel Kuhlmann
Bild: Axel Kuhlmann
Lesedauer: ca. 3 Minuten
PERSÖNLICH

„Es gibt keine schlechten Angewohnheiten“

Fragen an Inga Höltmann

Wären Sie nicht Teamentwicklerin geworden, was dann?

Dann hätte ich vielleicht einen Gnadenhof für Tiere im Wendland aufgemacht.

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Arbeitszeit ist Lebenszeit und wir verbringen viel Lebenszeit mit Arbeit. Neben Lohnarbeit finden ganz viele andere Arbeitsformen in unserem Leben statt – Arbeit strukturiert unseren Tag und gibt der Gesellschaft Form. Mich treibt der Wunsch, das Arbeitsleben von Menschen besser zu machen, sodass sie erfüllend, glücklich und wirksam arbeiten können.

Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt und welcher Rat hat Ihnen am meisten genützt?

Seit meinem Eintritt in das Berufsleben begleitet mich die Frage, ob Arbeit so sein muss, wie sie ist. Meine Antwort darauf ist: Nein. Arbeit darf uns dienen!

Wozu haben Sie zuletzt Nein gesagt?

Zu einem US-amerikanischen Tool – es wird Zeit, Europa digital souverän zu machen! Und damit fange ich bei mir persönlich an.

Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?

Hauptsächlich LinkedIn für berufliche Themen, ein klein wenig Instagram für andere Themen.

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn …

… sie Räume bekommen, in denen sie gehört und gesehen werden, Dinge ausprobieren können, Fehler machen dürfen, Zeit für Reflexion haben: Das hilft ihnen, ihre eigene Wirksamkeit zu entfalten.

Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?

Ich habe mich in meiner beruflichen Laufbahn immer wieder neu erfunden und neu ausgerichtet. Das ist immer ein Sprung ins Ungewisse.

Welche Themen stehen in den nächsten Monaten auf Ihrer Agenda?

Derzeit beschäftige ich mich damit, was die gesellschaftlichen Herausforderungen für Arbeit bedeuten und wie wir unsere (Zusammen-)Arbeit entsprechend gestalten können. KI ist da nur ein Thema!

Was bedeutet Arbeit für Sie?

Kreativ und strategisch gestalten zu können und Raum für Reflexion und Analyse zu haben.

Was können sich Ihre Kollegen von Ihnen abschauen?

Ich denke in Prozessen. Daher begleitet mich immer die Frage, wie ich das, was ich gerade entwickle, in einen reproduzierbaren Prozess übersetzen kann.

Welche Eigenschaft schätzen Sie besonders an anderen Menschen?

Aufrichtigkeit und Stringenz.

Wie haben sich Ihre Ziele im Laufe Ihres Lebens verändert?

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger für mich, aber nicht allein die ökologische. Sondern auch: Ist das, was ich tue, was ich in die Welt bringe, sinnvoll?

Wofür hatten Sie schon als Kind eine Begeisterung, die Sie bis heute behalten haben?

Ich schreibe unheimlich gern – ich habe meine ersten Kurzgeschichten schon mit 12 geschrieben. Und das begleitet mich bis heute: Mir hilft es, schriftlich zu denken und zu strukturieren.

Was lesen Sie in AuA zuerst?

Ich schaue tatsächlich immer zuerst ins Inhaltsverzeichnis! Dort picke ich mir dann gezielt heraus, was mich gerade anlacht.

Gibt es eine schlechte Angewohnheit, die Sie gerne loswerden würden?

Ich beschäftige mich viel mit Gewohnheiten – auch bei den Teams, mit denen ich arbeite. Deshalb denke ich, dass es keine schlechten Angewohnheiten gibt. Sie erfüllen heute nur nicht mehr den Zweck, den sie einmal hatten. Und das heißt: Die vermeintlich schlechten Gewohnheiten sind Informationen für uns!

Womit würden Sie sich gerne richtig gut auskennen?

Nähen.

Auf welche Rituale könnten Sie nicht verzichten?

Ich stehe seit einem Jahr sehr früh auf und nutze den Morgen für eine wunderbare Morgenroutine, die mir sehr wichtig geworden ist.

Was steht schon lange auf Ihrer Bucketlist?

Ich würde gern einmal mit einem Roadtrain durch das australische Outback fahren, am liebsten mit einer weiblichen Truckerin, und darüber eine Reportage schreiben. Irgendwann mache ich das noch!

Welches Buch muss mit in Ihren Urlaub und wo geht es hin?

Für mich geht es auf eine abgelegene Insel in Norwegen. Und wahrscheinlich kommt ein Buch über Ernährung mit.

Wer war für Sie die einflussreichste Person in Ihrem Leben?

Jede Person, von der ich etwas gelernt habe. Und besonders die, die bereitwillig und bewusst ihr Wissen geteilt haben.

Welchen Rat geben Sie Ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg?

Vergiss nie, dass Du es wert bist, gehört zu werden!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Consistency is key.

Inga Höltmann

Inga Höltmann

Gründerin, Accelerate Academy
Dieser Artikel im Heft

„Es gibt keine schlechten Angewohnheiten“

Seite
52
bis
53