Auswirkungen der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit

© PIXELIO/Gerd Altmann
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Lange wurde darüber spekuliert, wie sich die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai wohl auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Nun hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) erste, noch vorläufige Hochrechnungen vorgelegt.  

Danach seien im April dieses Jahres 226.000 sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigte aus den acht neuen osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten in Deutschland registriert gewesen. Von April auf Mai habe ihre Zahl dann um 33.000 auf 259.000 zugenommen. Dabei müsse man jedoch in Rechnung stellen, dass ein gewisser Zuwachs jahreszeitlich üblich sei. Die BA geht deshalb von einem Plus von 24.000 Beschäftigten aus, das der Arbeitnehmerfreizügigkeit geschuldet sei. Damit kämen die Mitarbeiter aus den acht neuen Mitgliedsstaaten im Mai auf einen Anteil von 0,8 % aller Beschäftigten. Da die Ausländerzentralregister für die gleiche Zeit jedoch deutlich weniger zugezogene Bürger aus den betreffenden EU-Staaten melden, nimmt die BA außerdem an, dass die meisten nicht nach Deutschland eingewandert sind, sondern bereits hier lebten und nicht erwerbstätig oder selbstständig waren.

 

„Nach wie vor hält sich der Zustrom osteuropäischer Arbeitskräfte in Grenzen. Die neuesten Daten bestätigen das Interesse, in den traditionellen Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, im Baugewerbe oder in der verarbeitenden Industrie eine Beschäftigung zu finden. Sie stellen keine nennenswerte Konkurrenz für heimische Arbeitslose dar“, erläuterte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Dabei hätten die Betreffenden zu 85 % in Westdeutschland Arbeit gefunden und zwar an erster Stelle in Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

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