Dienstag, 21. August 2018

Fachkräftemangel: Kein Ende in Sicht

Quelle: pixabay.com

Die Studie „Trendreport – Digitalisierung und Arbeitsmarkt 2018“ der BWA Akademie Bonn macht deutlich, dass der aktuelle Fachkräftemangel Arbeitnehmer und Wirtschaft gleichermaßen ausbremst.

Für die Studie wurden 100 Experten des Personalwesens befragt. 76 % von ihnen erwarten sogar noch eine Verschlechterung der aktuellen Situation. Lediglich etwas weniger als ein Viertel der Befragten vermutet keine akute Verschärfung des Mangels an gut ausgebildeten Fachkräften. Dass der Fach- und Führungskräftemangel in den nächsten Jahren eher zurückgehen wird, vermuten hingegen nur 2 % der Experten. 29 % sehen aufgrund der fehlenden Fachkräfte insbesondere für jüngere Arbeitnehmer bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein Viertel der Studienteilnehmer geht zudem davon aus, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessern werden. Jeder fünfte Studienteilnehmer vermutet allerdings auch ein langsameres Wirtschaftswachstum als mögliche Folge des Mangels an Fachkräften.
„Nahezu jede Branche meldet aktuell Rekordwerte im Personalmangel. Das hat selbstverständlich Folgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber natürlich auch für das Wirtschaftswachstum. Denn ohne eine solide personelle Basis wird die Wirtschaftsleistung Deutschlands rapide sinken. Schlechtes Personalmanagement kostet also schlicht sehr viel Geld“, resümiert Harald Müller, Geschäftsführer der BWA Akademie.

In der Studie wurde auch nach den Ursachen gefragt bzw. danach, welche Faktoren in den Unternehmen den Fach- und Führungskräftemangel verschärfen. Ausschlaggebend sind für die Befragten folgende Faktoren:

  • Umstrukturierung in Unternehmen, u. a. bedingt durch Digitalisierung (81 %),
  • keine Maßnahmen zur Unterstützung und/oder Weiterbildung (76 %),
  • psychische Erkrankungen (72 %) sowie
  • keine ausreichende Bezahlung (65 %)

Von den Befragten werden dazu mehr Weiterbildungsmöglichkeiten (87 %) und eine praxisnähere und bedarfsgerechtere Ausbildung von Schulen und universitären Einrichtungen (79 %) gefordert. 81 % empfinden es als förderlich, wenn ältere hochqualifizierte Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben würden.

Noch kein Abonnent von Arbeit und Arbeitsrecht (AuA)? Hier können Sie drei Ausgaben kostenfrei testen!