Dienstag, 4. September 2018

Generation X und Y im Vergleich

Quelle: pixabay.de

Wie zufrieden sind Beschäftigte mit ihren Arbeitsbedingungen und welche Ansprüche stellen sie? Wie sieht ein Vergleich der Generationen X und Y aus und welche Schlüsse sollten Arbeitgeber daraus ziehen? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden von Mai bis Juni 2018 insgesamt 1.005 Arbeitnehmer zwischen 18 und 58 Jahren vom Markforschungsinstitut Splendid Research interviewt.

Bei jüngeren Arbeitnehmern kristallisierte sich heraus, dass sie eher bereit sind, auf Gehalt zu verzichten, um dafür bestimmte Zusatzleistungen zu erhalten. Das sahen 43 % der Befragten so. Bei der Generation X (zwischen 1965 und 1975 Geborene) ist es hingegen nur ein Viertel. Es wurden insgesamt 19 unterschiedliche Zusatzleistungen untersucht, deren Bandbreite sich von klassischen Leistungen wie Urlaubsgeld, Boni sowie betrieblicher Altersvorsorge bis hin zu eher wenig verbreiteten Angeboten wie Konzert- bzw. Eventkarten, Kochkursen oder Reise- und Urlaubsofferten erstreckte.
Über einen Firmenwagen würden sich Vertreter der Generation Y (im Zeitraum der frühen 80er bis frühen 2000er geboren) am meisten freuen. Sie wären bereit, auf 11 % ihres monatlichen Bruttogehalts dafür zu verzichten. Dem Dienstwagen folgt mit 8 % Verzicht bei der Generation Y der Kita-Kostenzuschuss auf Platz zwei. Bei der Generation X liegt er auf Platz eins. Ältere Arbeitnehmer würden auf gut 9 % ihres Lohns verzichten, wenn sie dafür einen Zuschuss für die Kita von ihrem Arbeitgeber bekämen.
Freie Getränke und Obst stehen bei beiden Generationen hoch in der Gunst der Akademiker. Mit solch einfachen Zusatzleistungen können Arbeitgeber ein attraktiveres Arbeitsumfeld schaffen.

Langjährige Firmenzugehörigkeit ist für alle Studienteilnehmer wichtig. So ähnelt sich die Einstellung gegenüber dem Arbeitsplatz erstaunlicherweise über Generationen hinweg. Beide Altersgruppen arbeiten lieber lange in einem einzigen Unternehmen, als dieses regelmäßig zu wechseln. „Dies könnte damit zusammenhängen, dass beide Generationen von sich behaupten, sie würden eher an die Zukunft denken als in der Gegenwart zu leben“, vermutet Studienleiter Thilo Kampffmeyer.

Die Digitalisierung macht flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte möglich. Nach wie vor steht jedoch ganz oben auf der Liste der Ansprüche an den eigenen Arbeitsplatz die Sicherheit im Job. Sie steht sogar über flexiblen Arrangements. Allerdings ist die Transformation der Arbeitswelt unaufhaltsam. Jüngere Arbeitnehmer kennen und befürworten dabei etwa New Work häufiger als die ältere Generation X.
Weniger ist mehr. So sieht es zumindest Generation X im Vergleich zu den Kollegen der Generation Y. Jüngere Arbeitnehmer sind deutlich eher dazu bereit, Überstunden abzuleisten. Gut 29 % der Berufstätigen der Generation Y machen wöchentlich ein bis zwei Überstunden. Bei den älteren Angestellten sind es nur 22 %. Für 39 % der Generation Y sind sogar drei bis vier Überstunden pro Woche durchaus akzeptabel. Bei der Generation X ist es nur ein Viertel der Beschäftigten, die dazu bereit wären, wöchentlich Überstunden in dieser Höhe zu leisten.
Zusatzleistungen, flache Hierarchien und Work-Life-Balance sind moderne Begrifflichkeiten, die toll klingen. Stimmen jedoch Gehalt und Arbeitsinhalt, so werden für immerhin die Hälfte aller Arbeitnehmer Zusatzleistungen als überflüssig empfunden. „Man sieht also, dass diese Leistungen zwar beliebt sind, aber wenn die Basis stimmt, trägt das in noch erheblicherem Maße zur Zufriedenheit der Arbeitnehmer bei“, so Kampffmeyer abschließend zur Studie.

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