Kürzere Arbeitszeiten für Manager

Sind Sie mit einem Manager verheiratet? Dann haben sie ihn im vergangenen Jahr vielleicht etwas mehr zu Gesicht bekommen. Denn die Arbeitszeit von Führungskräften ist zum ersten Mal seit Langem leicht gesunken.

Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Berufsverbands Die Führungskräfte (DFK), an der fast 4.000 Manager teilnahmen. Unter dem Strich waren die Führungskräfte im vergangenen Jahr durchschnittlich 50 Stunden die Woche mit ihrem Job befasst. Dabei wendete die erste Führungsebene 54 Stunden die Woche für ihre Arbeit auf. Hier hatte im Jahr zuvor noch ein Viertel der Befragten angegeben, mehr als 60 Stunden zu brauchen. Die erste Führungsebene unterhalb der Unternehmensleitung brachte es in 2012 auf 52 Stunden, die zweite auf 51, die dritte auf 47 Stunden.

Einer unverändert hohen Belastung ausgesetzt sehen sich dagegen Vorstände und Geschäftsführer. Sie sind nach wie vor mit durchschnittlich 60 Wochenstunden dabei. Nur der Spitzenwert nahm – genau wie bei den übrigen Fach- und Führungskräften – leicht ab: War ein Viertel der Organvertreter in Großunternehmen in 2011 noch 65 Stunden die Woche tätig, lagen sie letztes Jahr ebenfalls bei 60 Stunden. In kleineren Unternehmen kamen die Geschäftsführer sogar nur auf 56 Stunden.

Gleichwohl sieht der Führungskräfteverband keinen Anlass für Entwarnung. „Dieser Rückgang der Arbeitszeit bedeutet nicht, dass die Führungskräfte nun ein entspanntes Leben hätten“, betont DFK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ulrich Goldschmidt. „Die Verdichtung der Arbeit auf weniger Personen in den Führungsebenen, die Beschleunigung der Geschäftsabläufe, die Globalisierung mit Kunden und Geschäftspartnern auf der ganzen Welt und nach wie vor bestehende Forderungen nach ständiger Erreichbarkeit führen im Zusammenspiel mit hoher Verantwortung nicht nur zu langen Arbeitszeiten, sondern auch immer häufiger zu extremen psychischen Belastungen. Daraus resultierende Krankheitsfälle sind in den Unternehmen inzwischen an der Tagesordnung. Burnout ist dabei nur eines der vielen unterschiedlichen Krankheitsbilder.“

Der Führungskräfteverband mahnt deshalb, im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements verstärkt darauf zu achten, auch die Führungskräfte nicht zur überfordern. Für sie gilt ebenfalls die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

 

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