Fragen an Natalie Matalon

„Integrität und Transparenz schätze ich bei anderen am meisten“
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Natalie Matalon, Chief People Officer, The Stepstone Group Bild: The Stepstone Group
Natalie Matalon, Chief People Officer, The Stepstone Group Bild: The Stepstone Group

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Das menschliche Element von Organisationen hat mich schon immer gereizt. Ich habe meine Karriere zwar im Bereich Financial Services begonnen, aber mich schon damals gerne mit „People“-Themen beschäftigt. Für mich war glasklar, dass das von uns geschaffene Umfeld direkt mit dem Engagement und der Produktivität der Teams zusammenhängt. Als ich People-Managerin wurde, erkannte ich zudem, dass es für ein Unternehmen keine wichtigere Aufgabe gibt, als die richtigen Talente zu gewinnen. Es ist von grundlegender Bedeutung, Kultur und Zufriedenheit des Teams sicherzustellen. Die Entscheidung zum Wechsel in den HR-Bereich kam schrittweise. Ich habe festgestellt, dass ich für ein Unternehmen mehr bewirken kann, wenn ich meine Fähigkeiten für den Aufbau von Teams und Programmen einsetze, die die gesamte Organisation unterstützen. Nach 13 Jahren habe ich den Wechsel in den HR-Bereich dann endgültig vollzogen und nie wieder zurückgeblickt.

Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt und welcher Rat hat Ihnen am meisten genützt?

Meinen allerersten Job hatte ich als Schülerin im Abschlussjahr in einem neu eröffneten Hard Rock Cafe in Tel Aviv. Das Trainingsteam kam aus Amerika und bis heute erinnere ich mich an den nützlichsten Rat, den ich je bekam: „Die Haltung: ‚Das ist nicht meine Aufgabe‘ gibt es nicht.“ Wenn der zuständige Kollege gerade beschäftigt ist, dann hilfst du eben aus – und zwar ohne gefragt zu werden. Denn das ist es, was in diesem Moment am dringendsten für den gemeinsamen Erfolg des Teams nötig ist. Diese Lektion begleitet mich seit über 25 Jahren – sie unterstreicht mein persönliches Mantra, dass wir alle nur gemeinsam die Ziellinie überqueren oder eben gar nicht.

Welche Themen stehen in den nächsten Monaten auf Ihrer Agenda?

Mein Job ist es, das Umfeld dafür zu schaffen, dass alleMenschen bei uns ihr Bestes geben. Doch für den Erfolg gibt es kein Patentrezept. Deshalb ist die Antwort auf das „Wie“ nuanciert, die Schwerpunkte sind jedoch klar: Wir wollen sicherstellen, dass wir die Werte von The Stepstone Group leben und hinter ihnen stehen. Wir stehen gegenseitig für das Umfeld, in dem wir tätig sind, in der Verantwortung.

Wir wollen das Engagement der Mitarbeiter erhalten und die in unserer Mitarbeiterbefragung aufgezeigten Chancen aufgreifen. Wir fragen konsequent nach dem Feedback unserer Mitarbeiter und handeln danach.

Wir wollen DE&I in die DNA unseres Handelns integrieren und sicherstellen, dass unser Umfeld integrativ ist und jeder das Gefühl hat, sich bei der Arbeit voll und ganz einbringen zu können.

Zuletzt wollen wir eine klare und überzeugende Vision für unsere langfristige Personalstrategie und einen Fahrplan formulieren, wie wir dieses Ziel erreichen.

Was bedeutet Arbeit für Sie?

Ich hatte in meiner beruflichen Laufbahn das Glück, dass „Arbeit“ für mich nie nach Schufterei klang. Meine Leidenschaft ist es, Dinge zu bewegen, mich auf eine gemeinsame Reise mit Menschen zu begeben, die ich bewundere und von denen ich lernen kann, und eine klare Vision davon zu haben, wie ich einen Ort besser hinterlasse, als ich ihn vorgefunden habe. Für mich klingt „Arbeit“ also eher nach: „Ich kann nicht glauben, dass ich dafür bezahlt werde.“

Welche Eigenschaft schätzen Sie besonders an anderen Menschen?

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2018 folgt nun der 2. Band!
Für das Buch #AllesRechtKurios hat der bekannte Juraprofessor Arnd Diringer wieder amüsante Fälle aus der Rechtsprechung deutscher Gerichte zusammengetragen.

Integrität und Transparenz schätze ich bei anderen am meisten. Die Devise „Sagen, was man meint, und meinen, was man sagt“ ist entscheidend für Vertrauen und gegenseitige Unterstützung. Transparenz ist Teil davon. Wenn es keine versteckten Absichten gibt, können wir Herausforderungen begegnen und nach vorne gehen. Fehlt das, können wir als Team nicht erfolgreich sein. Nach dem Motto: „Ich halte Dir den Rücken frei und muss gleichzeitig wissen, dass Du meinen frei hältst.“

Auf welche Rituale könnten Sie nicht verzichten?

Als Mutter von zwei Kindern mit einem arbeitsreichen und anspruchsvollen Beruf ist das Ritual des Morgenkaffees etwas, auf das ich nicht verzichten kann. Es ist ein ruhiger Moment, in dem ich meinen Tag plane und mir meine Ziele vornehme. Das andere Ritual ist mein Lauftreff am frühen Morgen, dreimal pro Woche. Die Gruppe besteht aus Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Berufe, die zusammenkommen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Diese Gemeinschaft hat mir nicht nur geholfen, sportliche Ziele zu erreichen, sondern mir in allen Bereichen des Lebens Kraft gegeben.

Wer war für Sie die einflussreichste Person in Ihrem Leben?

Man sagt, es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen.Bei mir war es meine Familie. Meine Mutter vermittelte mir starke menschliche Werte – Integrität und das Bemühen, meine Community zu verbessern. Mein Vater gab mir Flügel – er hat mich ermutigt, fremde Länder und Kulturen zu erkunden, um mich als Weltbürgerin wohlzufühlen. Meine Stiefmutter gab mir das Selbstvertrauen, große Träume zu hegen und zu glauben, dass es nichts gibt, was ich nicht durch harte Arbeit und Entschlossenheit erreichen kann. Und meine Schwester hielt bei jedem Schritt meine Hand, damit ich weiß, dass ich nie allein bin. Heute bin ich die Summe von all dem.

Welchen Rat geben Sie Ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg?

Du bist nicht perfekt und solltest auch nicht nach Perfektion streben. Aus Misserfolgen wirst Du mehr lernen als aus Erfolgen. Nutze die Chance zu lernen, denn daran wirst Du wachsen. Sei geduldig mit Dir, aber fordere Dich selbst heraus, Dich jeden Tag anzustrengen– bei allem, was Du Dir vorgenommen hast.

Natalie Matalon

Natalie Matalon
Chief People Officer, The Stepstone Group
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Fragen an Natalie Matalon
Seite 46 bis 47
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Wären Sie nicht Personaler geworden, was dann?

Das

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Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt und welcher Rat hat Ihnen am meisten genützt

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Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

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Wären Sie nicht Personalerin geworden, was dann?

Dann hätte ich wohl Tiermedizin studiert. Ich bin sehr ländlich groß geworden und

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Wären Sie nicht Personaler geworden, was dann?

Ich

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Historie

Bereits von Rohrscheidt erkannte vor einigen Jahren, dass „überall […] die Digitalisierung auf der Agenda [steht]“ und dass