Haftung des Geschäftsführers für Steuerschulden der GmbH

1105
 Bild: Charnchai saeheng/stock.adobe.com
Bild: Charnchai saeheng/stock.adobe.com

Mit Urteil vom 15.11.2022 hatte der BFH (VII R 23/19) ein weiteres Mal in einem Fall zu entscheiden, in dem es um die Haftung des Geschäftsführers für Steuerschulden der GmbH ging. Grundsätzlich hat jeder Geschäftsführer die Pflicht, für die GmbH sämtliche Steuererklärungen vollständig, richtig und rechtzeitig abzugeben. Fehler in Steuererklärungen hat er unverzüglich zu berichtigen. Er hat dafür zu sorgen, dass die Steuern aus den von ihm verwalteten Mitteln der GmbH entrichtet werden (§§ 149, 150, 34 AO). Sofern es aufgrund vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der dem Geschäftsführer auferlegten Pflichten zu einer Steuerverkürzung kommt, haftet der Geschäftsführer persönlich (§§ 69, 34 AO i. V. m. § 35 Abs. 1 GmbHG). Die Haftung kann gegenüber dem Geschäftsführer als Haftungsschuldner durch einen entsprechenden Haftungsbescheid festgesetzt werden. Weil es sich unter diesen Prämissen bei einer Geschäftsführungstätigkeit um eine nicht ungefährliche Angelegenheit handelt, ist jeder Geschäftsführer gut beraten, sich über die steuerrechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Lage der Gesellschaft umfassend und kontinuierlich zu informieren. Außerdem sollte er eine Organisation schaffen, die ihm jederzeit die notwendige Übersicht auch und gerade über die Erfüllung steuerrechtlicher Pflichten ermöglicht.

Rainer Kuhsel

Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Köln

· Artikel im Heft ·

Haftung des Geschäftsführers für Steuerschulden der GmbH
Seite 49
Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Herr Dr. Eßer, welche sind im Zusammenhang mit beruflichen Auslandsaufenthaltendie zentralen Probleme

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

In dem durch das LSG Berlin-Brandenburg entschiedenen Fall (Urt. v. 21.3.2023 – 3 U 66/21) ging es um die Frage, ob ein Sturz während

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Eine 56 Jahre alte Arbeitnehmerin war seit dem 1.7.2019 zu einem Bruttoentgelt von monatlich 3.000 Euro beschäftigt. In der Zeit vom 1.7

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die beklagte Arbeitgeberin hatte das Arbeitsverhältnis des zuletzt als Teamsprecher in der Gießerei beschäftigten Klägers

In den vergangenen Wochen schlug ein Beschluss des LSG Bayern hohe Wellen, in dem es um die mitunter schwierige Abgrenzung von Freier Mitarbeit und

In der Vergangenheit haben wir es immer wieder mit der sog. Verdachtsberichterstattung in den Medien zu tun bekommen. Hier waren z. B. Till Lindemann