Importfahrzeuge und Bruttolistenpreis

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Die pauschalierte Ermittlung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs mit der 1%-Regelung erfolgt ausgehend von dem auf volle 100 Euro abgerundeten Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs.

Der BFH (Urt. v. 9.11.2017 – III R 20/16) hatte einen am 7.3.2018 veröffentlichten aktuellen Fall zu entscheiden, in dem ein solcher inländischer Bruttolistenpreis nicht vorlag. Der Kläger nutzte einen Ford Mustang Shelby GT 500 Coupé, das sich in seinem Betriebsvermögen befand, auch privat. Er hatte das Fahrzeug für 78.900 Euro brutto von einem Autohaus erworben. Die Anschaffungskosten des Autohauses beliefen sich auf einen Bruttopreis von 75.999 Euro. Ein inländischer Listenpreis ist für dieses Fahrzeug nicht verfügbar. Daher hat der Kläger für die Ermittlung des Nutzungsvorteils für Privatfahrten den amerikanischen Listenpreis von umgerechnet 53.977 Euro zu Grunde gelegt. Das Finanzamt ist dem nicht gefolgt, sondern hat die tatsächlichen Anschaffungskosten von 78.900 Euro angesetzt. Das Niedersächsische FG (Urt. v. 16.11.2016 – 9 K 264/15) folgte keinem dieser Ansätze. Vielmehr änderte es die Festsetzung dahingehend, dass der geschätzte inländische Bruttolistenpreis i. H. d. Anschaffungskosten des Autohauses (75.999 Euro) berücksichtigt wurde.

Dieses Vorgehen hat der BFH in seinem Urteil nun bestätigt. Aufgrund des sachtypischen Beweisnotstands mangels inländischem Listenpreis und mangelnder Vergleichbarkeit des Fahrzeugs mit einem bau- und typengleichen inländischen Kfz, ist der Ansatz eines geschätzten Bruttolistenpreises möglich. Der Ansatz des ausländischen Listenpreises kommt dafür nicht in Betracht. Es fehlt an der Preisempfehlung des Herstellers für den hiesigen Neuwagenmarkt. Zudem werden notwendige Kosten für die Bereitstellung des Fahrzeugs für den inländischen Markt nicht berücksichtigt. Gemeint sind Kosten für notwendige technische Umrüstungen aufgrund deutscher Zulassungsvorschriften oder ausstattungsbedingte Nach- oder Umrüstungen. Eine zu hohe Schätzung liegt dann nicht vor, wenn sie sich an den typischen Bruttopreisen orientiert, die Importfahrzeughändler von ihren Endkunden verlangen. Insoweit war die Berücksichtigung der Anschaffungskosten des Autohauses als Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil aus der Privatnutzung des Fahrzeugs angemessen.

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Sandra Peterson

Sandra Peterson
Steuerberaterin, Referent Lohnsteuer, ZF Group, München
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Seite 235
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