Keine Begrenzung der 1%-Regelung möglich

1105
Bild

Der Kläger nutzte einen im Betriebsvermögen befindlichen Pkw auch für private Zwecke. Der Kaufpreis für das gebrauchte Fahrzeug lag deutlich unter dem Listenpreis (64.000 Euro inkl. USt). Den geldwerten Vorteil ermittelte der Kläger mit 50 % der Gesamtkosten von 11.000 Euro. Ein Fahrtenbuch führte der Kläger nicht. Das Finanzamt wendete für die Ermittlung des privaten Nutzungsvorteils die 1%-Methode an und erhöhte den Gewinn entsprechend. Dagegen ging der Kläger mit dem Verweis auf einen Verstoß gegen das Übermaßverbot vor.

Die Klage blieb erfolglos, da der BFH mit Urteil vom 15.5.2018 (X R 28/15, veröffentlicht am 20.8.2018) die Anbindung der 1%-Regel sowohl an den Bruttolistenpreis als auch an die Bewertung des Nutzungsvorteils bestätigte. Sofern kein Fahrtenbuch geführt wird, handelt es sich bei den Bewertungen um stark typisierende und pauschalierende Regelungen, die zwingend zur Anwendung kommen. Der Bruttolistenpreis ist auch dann relevant, wenn das Fahrzeuggebraucht angeschafft wird. Die Zulässigkeit dieser typisierenden Bewertung begründet sich darin, dass eine einzelfallbezogene Ermittlung der Finanzverwaltung aufgrund der engen Verknüpfung zwischen privater und betrieblicher Ebene nahezu ausgeschlossen ist und die pauschale Regelung durch das Führen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs vermieden werden kann.

Sandra Peterson

Sandra Peterson
Steuerberaterin, Referentin Lohnsteuer, ZF Group, ZF Airbag Germany GmbH, München
AnhangGröße
Beitrag als PDF herunterladen92.95 KB

◂ Heft-Navigation ▸

Artikel Keine Begrenzung der 1%-Regelung möglich
Seite 605
Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Die pauschalierte Ermittlung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs mit der 1%-Regelung erfolgt ausgehend

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die Arbeitgeberin stellte dem Kläger einen geleasten Dienstwagen zur Verfügung, der auch für Privatfahrten und Fahrten zwischen

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Überlässt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung, hat der Mitarbeiter den daraus entstehenden geldwerten

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Wird ein Taxi auch privat genutzt, ist der geldwerte Vorteil dafür ebenfalls nach der 1 %-Methode auf Basis des inländischen Bruttolistenpreises im

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

l Problempunkt

Die Beteiligten streiten um die datenschutzrechtliche Zulässigkeit des Einsatzes eines Ortungssystems. Die Klägerin betreibt

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Das Bayerische Landesamt für Steuern (LfSt Bayern) hat durch Verfügung vom 4.10.2019 zur lohnsteuerlichen Behandlung des (Elektro-)Fahrradleasings