Steuerliche Behandlung von Outplacement-Beratungen

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 Bild: pixabay.com
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Berufliche Fort- oder Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers führen in vielen Fällen nicht zu Arbeitslohn. Seit 2019 gibt es mit § 3 Nr. 19 EStG eine ausdrückliche Steuerbefreiungsvorschrift, die auch für Weiterbildungsleistungen, die der Verbesserung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern dienen, gilt. Kosten für Maßnahmen, die eine Anpassung und Fortentwicklung der beruflichen Kompetenzen (z. B. Sprachkurse) ermöglichen, können somit steuerfrei übernommen werden, sofern kein überwiegender Belohnungscharakter gegeben ist. Fraglich ist die Einordnung von Outplacement-Beratungsleistungen. Eine solche Beratung kann verschiedene Themenbereiche, wie Perspektivenberatung, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Beratung, Marktvorbereitung oder Vermarktung/Neuplatzierung, umfassen.

Nach einer Kurzinformation der OFD NRW von August 2020 vertritt die Finanzverwaltung dazu folgende Ansicht: Eine Outplacement-Beratung erfolgt nicht aus einem überwiegend eigenbetrieblichen Interesse und führt bei den Begünstigten zu Arbeitslohn. Dieser Arbeitslohn kann ggf. nach § 3 Nr. 19 EStG steuerfrei sein. Die Antwort auf die Frage, welche Bestandteile einer Outplacement-Beratung unter die Steuerfreiheit fallen können, ist allerdings unbeantwortet geblieben, da alle hier genannten Themenbereiche als steuerpflichtige Leistungen eingeordnet werden. In Zweifelsfällen bzw. sofern eine Vielzahl an Arbeitnehmern betroffen ist, empfiehlt sich die Einholung einer Lohnsteuer-Anrufungsauskunft.

Sandra Peterson

Sandra Peterson
Steuerberaterin, Referent Lohnsteuer, ZF Group, München
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Artikel Steuerliche Behandlung von Outplacement-Beratungen
Seite 51
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