Differenzierung von Nachtarbeitszuschlägen

Art. 3 Abs. 1 GG

1. Führen tarifvertragliche Regelungen die Arbeitszeitrichtlinie 2003/88/EG i. S. v. Art. 51 Abs. 1 Satz 1 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Charta) durch, wenn sie unterschiedlich hohe Zuschläge für regelmäßige und unregelmäßige Nachtarbeit enthalten?

2. Ist eine tarifvertragliche Regelung gleichbehandlungswidrig nach Art. 20 der Charta, die für unregelmäßige Nachtarbeit einen höheren Zuschlag vorsieht, wenn damit neben den gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Nachtarbeit auch Belastungen wegen der schlechteren Planbarkeit der Arbeitszeit ausgeglichen werden sollen?

(Gekürzte Vorlagefragen an den EuGH)

BAG, Beschluss vom 9.12.2020 – 10 AZR 332/20 (A)

1106
Bild: grafikplusfoto/stock.adobe.com
Bild: grafikplusfoto/stock.adobe.com

Problempunkt

Die Klägerin arbeitet bei der Beklagten in einem Wechselschichtmodell, das auch Nachtzeiten beinhaltet. Die Beklagte ist ein tarifgebundenes Unternehmen der Getränkeindustrie. Der auf das Arbeitsverhältnis anzuwendende Manteltarifvertrag sieht Zuschläge für Nachtarbeit vor. Wird regelmäßige Nachtarbeit geleistet, beträgt der Zuschlag 20 %. Im Falle einer unregelmäßigen Nachtarbeit sind dagegen 50 % Zuschlag auf die vereinbarte Stundenvergütung zu zahlen.

Weiterlesen mit AuA-PLUS

Um den kompletten Artikel zu lesen benötigen Sie AuA-PLUS.

 

Falls Sie Fragen zu unseren Produkten oder Ihrem Bezugsstatus haben, können Sie unseren Leserservice kontaktieren »

Prof. Dr. Tim Jesgarzewski

Prof. Dr. Tim Jesgarzewski
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, FOM Hochschule Bremen, Direktor KompetenzCentrum für Wirtschaftsrecht, Hamburg

· Artikel im Heft ·

Differenzierung von Nachtarbeitszuschlägen
Seite 55

Freie Mitarbeit und Fremdpersonaleinsatz bergen das Risiko der Begründung eines unbeabsichtigten Arbeitsverhältnisses. Das ist für den Arbeitnehmer

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Ein bei einem Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der Telekommunikation beschäftigter Feldtechniker hatte die Aufgabe, technische

Der Mindestlohn soll nach einem Beschluss der Mindestlohnkommission vom 26.6.2023 von derzeit 12 auf 12,41 Euro ab Januar 2024 steigen. Ab Januar 2025

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Wären Sie nicht Personaler geworden, was dann?

Seit

Frei
Bild Teaser
Body Teil 1

Die Ausgangssituation

Ein mittelständisches Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie mit 1.200 Mitarbeitern hat seit seiner

Premium
Bild Teaser
Body Teil 1

Problempunkt

Die schwerbehinderte klagende Partei wurde zweigeschlechtlich geboren und bezeichnet sich selbst als Hermaphrodit. Sie