Verschwiegenheitsverletzung: Haftung des Personalvermittlers

1. Personalvermittler verletzen ihre vertraglichen Verschwiegenheits- und Treuepflichten, wenn sie einer abgelehnten Bewerberin die gegen das Benachteiligungsverbot verstoßenden Ablehnungsgründe ihres Auftraggebers mitteilen.

2. Personalvermittler sind zur eigenmächtigen Weitergabe interner Ablehnungsgründe nicht nach den Grundsätzen des „Whistleblowings“ berechtigt, da der Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot weder eine Straftat darstellt noch ein Verbotsgesetz i. S. d. § 134 BGB berührt.

(Leitsätze der Bearbeiterin)

OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 8. Mai 2014 – 16 U 175/13 (rk.)

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Problempunkt

Häufig beauftragen Unternehmen, im Glauben sich damit der Haftung für etwaige Diskriminierungen entziehen zu können, externe und spezialisierte Dritte (z. B. Personalvermittler oder Headhunter) mit der Personalsuche. Inzwischen ist höchstrichterlich entschieden (BAG, Urt. v. 23.1.2014 - 8 AZR 118/13), dass etwaige Entschädigungsansprüche gem. § 15 Abs. 2 AGG grundsätzlich gegen den potenziellen Arbeitgeber zu richten sind, unabhängig davon, ob dieser die diskriminierende Handlung unmittelbar selbst vorgenommen hat oder nicht.

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