Weiterhin weniger Väter als Mütter in Elternzeit

Quelle: pixabay.com
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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat festgestellt, dass weiterhin nur eine geringe Anzahl von Vätern Elternzeit in Anspruch nimmt. Gerade einmal vier von zehn Männern nutzen die Auszeit. Von ihnen sind die meisten auch nur zwei Monate daheim (72 %). Das entspricht dem Minimum, um den Bezug von Elterngeld zu verlängern. Die Ende August veröffentlichte Studie des DIW Berlin liefert Gründe für diese Entwicklung.

Das Elterngeld wurde im Jahr 2007 eingeführt. Seit dieser Zeit ist zwar der Anteil der Männer, die auch zuhause bleiben gestiegen (von 3 auf 37 % im Jahr 2016). Gleichzeitig gehen aber nahezu alle Mütter in Elternzeit – und sie bleiben deutlich länger dem Beruf fern. Das klassische Modell sieht so aus: Die Mutter nimmt zwölf Monate, der Vater zwei. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Das wichtigste Motiv für diese Aufteilung ist jedoch die Angst vor finanziellen Einbußen auf Seiten der Männer, zumal sie im Schnitt noch immer den größten Teil zum Haushaltseinkommen beitragen.

Katharina Wrohlich, Leiterin in der Forschungsgruppe Gender Economics am DIW Berlin, sieht bei den Vätern auch die Sorge vor negativen Folgen bei der Karriere: „Wenn man die Väter nach den Gründen fragt, warum sie gar kein Elterngeld bezogen haben oder nur für das Minimum von zwei Monaten, dann gibt ein großer Teil der Väter finanzielle Motive an. Sie sagen, dass sich die Familie die Elternzeit nicht leisten kann, bzw. äußern Sorgen vor negativen beruflichen Konsequenzen.“ Zudem zeichnet sich ein Gap zwischen den Bundesländern ab: „Offensichtlich sehen viele Familien in Ostdeutschland keinen Spielraum, zwei Monate oder länger auf bis zu 35 % des Einkommens des Vaters zu verzichten.“ In den neuen Bundesländern liegt die Zahl derer, die aus Kostengründen auf Elternzeitmonate verzichten deutlich höher als im Westen.

Das für die Inanspruchnahme der Elternzeit meist entscheidende Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate ausgezahlt. Nimmt der Partner selbst mindestens zwei Monate Elternzeit, kommen zwei zusätzlich Monate Elterngeld hinzu. Die Höhe des Elterngeldes beträgt 65 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens der vergangen zwölf Monate. Gedeckelt ist die Summe jedoch auf 1.800 Euro im Monat. Handelt es sich um ein sehr niedriges Einkommen, erhalten Eltern bis zu 100 % des zuletzt erwirtschafteten Nettoeinkommens.

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