Duale Ausbildung: Weniger Abbrüche als angenommen

(c) Marvin Siefke / pixelio.de
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Rund 12 % der Auszubildenden beenden eine duale Ausbildung vor der Abschlussprüfung oder bestehen diese endgültig nicht. Ein Drittel von ihnen nimmt in den darauf folgenden 24 Monaten erneut eine Ausbildung in einem anderen Beruf auf. Berücksichtigt man zusätzlich die Ausbildungsformen Schule, Studium und Beamtenausbildung, so gehen insgesamt knapp die Hälfte der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren wieder einer vollqualifizierenden Ausbildung nach.

Dies zeigen die Ergebnisse einer kürzlich erschienenen Sonderauswertung der "Übergangsstudie 2011" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Danach ist der Anteil der Auszubildenden, die ihre erste duale Ausbildung nicht erfolgreich beenden, deutlich niedriger als die in der Berufsbildungsstatistik jährlich ermittelte Quote der Vertragslösungen, die 2011 bei 24,4 % lag. Denn relativ viele Jugendliche wechseln während ihrer dualen Ausbildung lediglich den Betrieb, sie schließen zeitnah einen neuen Ausbildungsvertrag und beenden aus ihrer Sicht nicht erfolglos ihre Ausbildung.

Wie häufig eine duale Ausbildung ohne Abschluss bleibt, unterscheidet sich laut BIBB-Analyse auch erheblich danach, mit welchem Schulabschluss die Jugendlichen ihre Ausbildung beginnen. Während der Anteil der Abbrüche bei Jugendlichen mit einem mittleren Schulabschluss rund 9 % beträgt, liegt er bei Jugendlichen mit einem Hauptschulabschluss mit 18 % doppelt so hoch. Ein erhöhtes Risiko, die Ausbildung ohne Abschluss zu beenden, zeigt sich auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund und für Azubis, deren Eltern keinen Berufsabschluss haben. Auffällig ist, dass junge Frauen (15 %) die Ausbildung deutlich häufiger als junge Männer (10 %) nicht erfolgreich abschließen. Ein Grund hierfür liegt häufig darin, dass sie wegen Schwangerschaft oder Kinderbetreuung lange Zeit ausfallen. Deshalb gewinnt die seit 2005 im Berufsbildungsgesetz verankerte Teilzeitberufsausbildung als innovatives Instrument zum Gegensteuern an Bedeutung.

Wichtig – vielleicht sogar entscheidend – für einen erfolgreichen Abschluss ist aber auch, ob es sich bei dem Ausbildungsberuf um den ursprünglich angestrebten handelt. Denn werden Jugendliche nicht in ihrem Wunschberuf ausgebildet, steigt das Frustpotenzial und das Risiko für eine erfolglose Beendigung ist deutlich höher. Deshalb ist es Jugendlichen anzuraten, eine Ausbildung in einem Beruf zu beginnen, der ihren eigenen Wünschen entspricht.

 

Weiterführende Links:
http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a12_BIBBreport_2013_21.pdf

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