Führungskräfte sind unzufrieden

© Benjamin Thorn/pixelio.de
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Sie sollen ihre Mitarbeiter glücklich machen – fühlen sich aber selbst vernachlässigt. Die Rede ist von den Führungskräften. Es besteht Anlass zur Sorge.

Das gilt zumindest, wenn man sich eine Befragung des Führungskräfte Instituts (FKI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ansieht, an der 375 Führungskräfte aus großen und mittleren Unternehmen teilnahmen. Danach fühlen sich zwei von drei Managern bei der Entwicklung ihrer persönlichen Karriere vom Arbeitgeber im Stich gelassen. Nur ein Drittel meint, aktiv gefördert zu werden. Jeder Dritte bekommt zudem dank zunehmender Arbeitsbelastung sein Berufs- und Privatleben kaum noch unter einen Hut.

Nicht zum Besten bestellt ist es ferner um die betriebsinternen Strukturen und Prozesse. Mehr als die Hälfte der Befragten bemängelten die „Fehler- und Innovationskultur“. Fast jeder zweite sieht außerdem Verbesserungsbedarf beim Krisen- und Veränderungsmanagement sowie der Zusammenarbeit der Bereiche und Abteilungen. Zunehmende Verteilungskämpfe um die Ressourcen machen ebenfalls fast der Hälfte der Führungskräfte zu schaffen.

Mehr Gnade findet das unternehmerische Umfeld vor den Augen der Manager. 86 % attestierten ihrem Unternehmen einen effektiven Umgang mit gesetzlichen Vorgaben und Nachhaltigkeitsforderungen. Auch an der Kundenorientierung, den Beziehungen zu Lieferanten und dem Umgang mit Wettbewerbern hatten über 70 % nichts auszusetzen.

Zwei Drittel der Führungskräfte bescheinigten ihrem Unternehmen, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Kein Wunder, halten sie doch das Betriebsklima für gut und die Arbeitsplätze für sicher. Auch das Verhalten des Unternehmen gegenüber der Belegschaft bewerten sie als prinzipiell fair, konstruktiv und wertschätzend.

Die Zukunftsprognose fällt dagegen eher düster aus: Fast zwei Drittel der Manager befürchten, dass sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtern wird. Trotzdem sind sie der Meinung, dass dies den betrieblichen Arbeitsbedingungen und dem Betriebsklima nichts anhaben kann.

Ludger Ramme vom Deutschen Führungskräfteverband rät Arbeitgebern: „Jede Investition in die nachhaltige Karriereentwicklung ihrer Führungskräfte wird sich künftig doppelt auszahlen. Unternehmen sichern sich nicht nur ein solides Reservoir an Spitzenkräften. Eine gute Reputation als Arbeitgeber verbessert auch ihre Position im Wettbewerb um junge Talente und Nachwuchsführungskräfte.“
 

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