Mittwoch, 30. Mai 2018

Gesundheitsreport: Transportgewerbe macht krank

Quelle: pixabay.com

LKW-Fahrer und Co. gehören mit durchschnittlich 25,1 Fehltagen pro Jahr zu den Spitzenreitern der Arbeitnehmer mit den meisten Krankheitstagen. Die Beschäftigungsgruppe kämpft mit Schichtdienst, unregelmäßigem Schlaf und langem Sitzen – am Ende des Arbeitstages macht der harte Job krank. Arbeitnehmer im Kunststoff- und Holzgewerbe folgen mit 21,9 Fehltagen. Im sozialen Bereich und bei Erziehern betrugen die durchschnittlichen Krankentage zuletzt 17,2 Tage pro Jahr. Beschäftigte fehlen allgemein durchschnittlich 14,6 Tage pro Jahr, wie die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem Gesundheitsreport 2018 berichtet.

Wer einen klassischen Schreibtisch-Beruf ausübt, zählt nach Angaben der TK zu den fittesten Arbeitnehmern. Ganz vorne rangiert die Berufsgruppe "Lehrende und ausbildende Berufe" (z. B. Professoren oder Berufsschullehrer). Sie sind mit durchschnittlich nur 9,7 Tagen pro Jahr am seltensten krankgeschrieben. Arbeitnehmer der IT- und Kommunikationsbranche folgen mit nur 9,9 Tagen. "Gewisse Berufsfelder bringen natürlich von Natur aus mehr gesundheitliche Risiken als Folge der Belastung am Arbeitsplatz mit sich", erklärt Albrecht Wehner, Experte für Gesundheitsberichterstattung bei der TK, die Zahlen. "Ein Handwerker ist einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt als ein Büroangestellter. Aber auch die Berufszufriedenheit, das Arbeitsklima und die Möglichkeit der persönlichen Entwicklung am Arbeitsplatz fördern die Gesundheit ­ oder machen im Umkehrschluss krank", ergänzt Wehner. Es muss außerdem beachtet werden, mit welchen Belastungen man welchen Job noch machen kann. „Ein Büroangestellter mit einem Beinbruch kann schneller an seinen Arbeitsplatz zurückkehren als ein Arbeiter in der Werkhalle eines Industriebetriebs“, so Wehner weiter.

Nachdem im Jahr 2016 ein leichter Rückgang der psychischen Erkrankungen zu verzeichnen war, nahmen sie 2017 um 0,9 Prozentpunkte wieder zu. Seit 2006 nehmen psychisch bedingte Fehlzeiten kontinuierlich zu.  "Dass die psychischen Fehlzeiten seit Jahren kontinuierlich zunehmen, muss auch in den Unternehmen berücksichtigt werden. Arbeitsplätze befinden sich im stetigen Wandel. So gehen zum Beispiel Globalisierung, Effizienzsteigerungen und Digitalisierung nicht spurlos an den Arbeitnehmern vorbei. Hier sind die Arbeitgeber gefragt, individuell zu ermitteln, wie sie ihre Mitarbeiter stärken und positiv an die Firma binden können", konstatiert Wehner.

  • Unternehmen sollten sich deshalb folgende Fragen stellen, wie der Gesundheitsreport der TK fordert:
  • Entsprechen die Aufgaben den Qualifikationen der Arbeitnehmer?
  • Werden Arbeitsprozesse transparent kommuniziert?
  • Identifiziert sich der Arbeitnehmer mit seinen Aufgaben und hat er einen angemessenen Entscheidungsspielraum?
  • Sieht der Arbeitnehmer einen Sinn in dem, was er tut?

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