Arbeitsunfall durch Sturz in der eigenen Wohnung

Quelle: pixabay.com
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Ereignet sich ein Sturz in der Wohnung des versicherten Arbeitnehmers (Homeoffice), so kann es sich dabei um einen Arbeitsunfall handeln, wenn die Wohnung des Versicherten und seine Arbeitsstätte ortsidentisch sind und wenn der Betriebsweg in Ausführung der versicherten Tätigkeit zurückgelegt wird. Das hat das BSG in einem Urteil vom 27.11.2018 (B 2 U 28/17 R) entschieden.

Die Klägerin war Vollzeit als Key-Account-Managerin bei einer GmbH angestellt. Die Parteien haben eine Kernarbeitszeit von 9:00 bis 16:00 Uhr sowie als Arbeitsort „von zuhause“ vereinbart. Die Einrichtung und Ausgestaltung des Arbeitsplatzes wurden nicht geregelt. Am Unfalltag war die Angestellte zunächst auf einem Messegelände unterwegs. Gegen 14:45 Uhr forderte eine Kollegin die Klägerin auf, den Geschäftsführer um 16:30 Uhr anzurufen. Hierzu wollte sie sich in ihr heimisches Büro begeben, um dort im Kellergeschoß (Arbeitsplatz) den für das Telefonat benötigten Laptop anzuschließen. Kurz nach 16:00 rutschte sie auf der Kellertreppe aus und verletzte sich beim Sturz an der Wirbelsäule. Zu diesem Zeitpunkt trug sie ihre Arbeitsmaterialien bei sich.
Die beklagte Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab. Zwischen privat und geschäftlich genutzten Räumen bestehe kein Versicherungsschutz für zurückgelegte Wege. Während das SG Augsburg die Bescheide aufhob und einen Arbeitsunfall bejahte, wies das Bayerische LSG die Klage ab. Das BSG wiederum hat das Berufungsurteil aufgehoben.

Beim Hinabsteigen der Kellertreppe hat die Klägerin einen Unfall i. S. d. § 8 Abs. 1 Satz 1 i. V. m. § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII erlitten. Die Tätigkeit stand im sachlichen Zusammenhang zur versicherten Tätigkeit. Der zurückgelegte Weg war ein versicherter Betriebsweg. Die übliche Grenzziehung für Betriebswege (Außentür des Wohnhauses) greift vorliegend nicht, denn sowohl die Wohnung als auch die Arbeitsstätte befinden sich im selben Haus.

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Bei einer Tätigkeit im Homeoffice besteht kein Unfallversicherungsschutz innerhalb der eigenen Wohnung. So entschied das BSG mit Urteil vom 5.7.2016

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