Fragen an Matthias Füssel

„Ich glaube daran, dass etwas funktionieren kann“
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Matthias Füssel, Head of HR, ING Deutschland, Frankfurt am Main Bild: ING
Matthias Füssel, Head of HR, ING Deutschland, Frankfurt am Main Bild: ING

Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?

Die Arbeit als (Inhouse-)Anwalt hat mir auch immer sehr viel Spaß gemacht. Im HR-Bereich ist der direkte Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen sogar noch intensiver als bei der anwaltlichen Tätigkeit. Genau das macht die Arbeit als Personaler für mich so spannend: Ich habe viel mit Menschen zu tun, kann spannende Projekte vorantreiben und etwas bewegen.

Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt und welcher Rat hat Ihnen am meisten genützt?

Als ich nach meinen ersten drei Berufsjahren gekündigthabe, um in Australien Auslandserfahrungen zu sammeln,haben damals viele mit dem Kopf geschüttelt, denn ich hatte dort keinen Job in Aussicht. Mein damaliger Chef sagte jedoch: „Dein Lebenslauf war sowieso zu geradlinig, wahrscheinlich ist das Deine beste Karriereentscheidung.“ Diese Aussage hat mich sehr beeindruckt und prägt mich bis heute.

Gibt es Lücken in Ihrem Lebenslauf?

Eine „Lücke“ in meinem Lebenslauf ist meine Zeit in Australien. Insgesamt war ich zwölf Monate dort. Zunächst bin ich viel durchs Land gereist und habe die Freiheit genossen. Danach habe ich eine tolle Anstellung in Sydney gefunden. Diese erfahrungsreichen Monate sehe ich jedoch weniger als Lücke, denn diese Zeit bedeutet mir bis heute sehr viel und hat mich persönlich sowie beruflich weitergebracht. Zudem habe ich bei meinen beiden Kindern jeweils Elternzeit gemacht, was für uns als Familie und für mich persönlich die schönsten „Lücken“ in meinem Lebenslauf waren, die ich immer wieder machen würde.

Wozu haben Sie zuletzt Nein gesagt?

Zuletzt musste ich schweren Herzens eine Anfrage für ein Mentorenprogramm ablehnen. Ich habe zurzeit bereits vier Mentees und einem weiteren würde ich nicht gerecht werden. Die Absage ist mir unter anderem deshalb so schwergefallen, weil ich ein großer Verfechter solcher Initiativen bin und auch ich als Mentor immer wahnsinnig viel Neues lerne.

Arbeitnehmer sind dann gut, wenn …

… sie sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können, eine Perspektive, aber vor allem einen Sinn und den Mehrwert in ihren eigenen Tätigkeiten sehen.

Was können sich Ihre Kollegen von Ihnen abschauen?

Ich glaube, eine meiner stärksten Eigenschaften ist, dass ich eigentlich immer optimistisch bin und daran glaube, dass etwas funktionieren kann. Mir wurde schon des Öfteren gesagt, dass das ansteckend und motivierend ist.

Was lesen Sie in AuA zuerst?

Zuerst lese ich das Inhaltsverzeichnis, um zu sehen, was mich in der aktuellen Ausgabe erwartet. Meistens starte ich dann mit den Updates zur aktuellen Rechtsprechung.

Auf welche Rituale könnten Sie nicht verzichten?

Zeit mit meiner Familie zu verbringen, das ist mir das Allerwichtigste. Daher ist für mich das Sonntagsfrühstück mit meiner Frau und den Kindern ein sehr wichtiges Ritual. Bei uns ist auch am Wochenende immer viel los, daher genieße ich es, sonntags in Ruhe mit meinen drei Lieblingsmenschen zu frühstücken.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Bier/ein Glas Wein trinken?

Jürgen Klopp. Er verkörpert aus meiner Sicht sehr viele wichtige Leadership-Aspekte und schafft es dadurch, High-Performing-Teams zu formen. Weil sich vieles davon auch auf unsere Organisation übertragen lässt, fände ich ein Bierchen mit ihm wirklich inspirierend.

Welches Buch hatten Sie im Sommerurlaub dabei und wo ging es hin?

Meine diesjährige Urlaubslektüre war „Momo“ von Michael Ende. Ich habe es natürlich schon als Kind gelesen, aber als Erwachsener bekommt man einen ganz neuen Blick auf die Geschichte und sie regt wirklich zum Nachdenken an. Gelesen habe ich es auf Mallorca, wo wir seit Jahren tolle und entspannte Urlaube mit der ganzen Familie verbringen.

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2018 folgt nun der 2. Band!
Für das Buch #AllesRechtKurios hat der bekannte Juraprofessor Arnd Diringer wieder amüsante Fälle aus der Rechtsprechung deutscher Gerichte zusammengetragen.

Was ist Ihre größte Leidenschaft?

Neben Zeit mit meiner Familie zu verbringen, ist Sport, insbesondere Fußball, meine große Leidenschaft. Leider habe ich für den aktiven Fußball längst nicht mehr so viel Zeit wie früher, aber dafür bin ich jetzt auch einer von vielen leidenschaftlichen Cheftrainern vor dem Fernseher.

Worüber haben Sie sich in den letzten Monaten am meisten gefreut?

Mein persönliches Highlight in diesem Jahr war die Einschulung meines Sohnes. Gefühlt ist er vor einem halben Jahr erst in den Kindergarten gekommen. Ihn jetzt schon als Schulkind zu sehen, macht mich stolz.

Beruflich waren es die Präsenz-Townhalls, die im September an unseren Standorten in Frankfurt, Nürnberg, Berlin und Hannover stattgefunden haben. Nach drei Jahren coronabedingter Pause konnten wir nun endlich alle wieder mal an unseren Standorten zusammenkommen. Wir haben zwar tolle virtuelle Formate und ich bin großer Fan des hybriden Arbeitens, aber aus meiner Sicht sind regelmäßige Präsenzveranstaltungen enorm wichtig.

Welchen Rat geben Sie Ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg?

Locker bleiben, das wird schon alles!

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

„Denken müssen wir ja sowieso, warum dann nicht gleich positiv?“ Ich habe dieses Zitat von Albert Einstein ehrlich gesagt das erste Mal an einer Wand in einem Café gelesen und erst nicht weiter drüber nachgedacht. Inzwischen stelle ich mir und anderen diese berechtigte Frage in verschiedenen Situationen allerdings regelmäßig.

Matthias Füssel

Matthias Füssel
Head of HR, ING Deutschland, Frankfurt am Main
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Fragen an Matthias Füssel
Seite 44 bis 45
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Wären Sie nicht Personalerin geworden, was dann?

Puh

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Warum haben Sie Ihren Beruf gewählt?

Ich habe mich nicht bewusst für diesen Beruf oder die Personalabteilung entschieden, sondern bin

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Wären Sie nicht Personalerin geworden, was dann?

Ich wäre wahrscheinlich Vertrieblerin. Die Themen Personal/Rekrutierung, Beratung und

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Wären Sie nicht Personalerin geworden, was dann?

Ich

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Wären Sie nicht Personaler geworden, was dann?

Eigentlich wollte ich Sprachen unterrichten, weil ich eine große Leidenschaft für Spanisch

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Wären Sie nicht Personalerin geworden, was dann?

Am liebsten Bundeskanzlerin, weil ich gerne etwas bewegen möchte. Dummerweise ist Politik nicht