„Früher gab es für mich nur schneller, höher, weiter“
Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2018 folgt nun der 2. Band!
Für das Buch #AllesRechtKurios hat der bekannte Juraprofessor Arnd Diringer wieder amüsante Fälle aus der Rechtsprechung deutscher Gerichte zusammengetragen.
Wären Sie nicht Unternehmer geworden, was dann?
Wahrscheinlich Sportmediziner.
Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
Weil junge Menschen mit ihren Ideen die Welt gesünder, digitaler, schneller, besser und nachhaltiger machen. Das fasziniert mich.
Was hat Sie in Ihren ersten Berufsjahren am meisten geprägt und welcher Rat hat Ihnen am meisten genützt?
Du hast hinten keine Augen, deswegen schau nur nach vorne.
Wozu haben Sie zuletzt Nein gesagt?
Zu einem Investment, bei dem die Software und der Markt spannend waren, aber das Team nicht überzeugt hat. Und zu den Pralinen, die in der Küche standen.
Welche (sozialen) Netzwerke nutzen Sie?
LinkedIn beruflich sehr intensiv. Und was Netzwerke angeht: Without networking it’s not working.
Arbeitnehmer sind dann gut, wenn …
... sie Wertschätzung erfahren und mit ihnen transparent und klar kommuniziert wird. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, möglichst viel Vertrauen zu verschenken. Wenn mich einer von 50 enttäuscht, kann ich doch nicht die 49 anderen bestrafen.
Was war Ihre beruflich schwerste Entscheidung?
Meine persönlich größte Krise öffentlich zu machen. Als ich vor über fünfzehn Jahren ein Burnout hatte und an einer Depression litt, war das noch ein Tabuthema, erst Recht in der Wirtschaft. Heute weiß ich: Wenn diese Offenheit anderen hilft, früher auf sich zu achten und Hilfe anzunehmen, dann war sie richtig.
Was bedeutet Arbeit für Sie?
Erfüllung und Zielerreichung, nicht abgesessene Zeit.
Was können sich Ihre Kollegen von Ihnen abschauen?
Die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie manchmal unbequem sind. Und möglichst wenig Mikromanagement.
Welche Eigenschaft schätzen Sie besonders an anderen Menschen?
Verlässlichkeit und Ehrlichkeit. Und die Fähigkeit, seine Meinung zu sagen, ohne verletzend zu werden.
Wie haben sich Ihre Ziele im Laufe Ihres Lebens verändert?
Früher gab es für mich nur schneller, höher, weiter. Heute geht es mir darum, Gründerinnen und Gründer zu unterstützen. Ich bin sozusagen in einer Giving-back-Phase.
Wofür hatten Sie schon als Kind eine Begeisterung, die Sie bis heute behalten haben?
Für den Sport. Früher war ich Langstreckenläufer, das macht mein Knie aber nicht mehr mit. Stattdessen gehe ich jetzt ins Fitnessstudio, fahre Rad und schwimme.
Gibt es eine schlechte Angewohnheit, die Sie gerne loswerden würden?
Das hat zwar nichts mit der Arbeit zu tun, aber wenn eine Schachtel Marzipan vor mir steht, kann ich leider nie nein sagen.
Womit würden Sie sich gerne richtig gut auskennen?
Mit allem rund um KI. Als Investor kann ich Geschäftsmodelle, einschätzen, aber ich würde gerne selbst programmieren können, um noch besser zu verstehen, wie aus Technologie echte Anwendungen entstehen.
Auf welche Rituale könnten Sie nicht verzichten?
Morgens einen grünen Tee und den täglichen Ausgleich durch Sport.
Was steht schon lange auf Ihrer Bucketlist und warum haben Sie es noch nicht getan?
Mehr Zeit für eine längere Reise ohne Termine. Nach Südamerika möchte ich gerne. Vielleicht schaffe ich das bald.
Wovon sind viele begeistert oder überzeugt, Sie jedoch nicht?
Erstens von Kaffee. Zweitens von der Idee, dass mehr Regulierung automatisch mehr Sicherheit schafft. In der Politik hält sich das hartnäckig, bei vielen Bürgerinnen und Bürgern dagegen längst nicht mehr.
Welches Buch muss mit in Ihren Urlaub und wo geht es hin?
Der nächste Urlaub ist noch nicht geplant. Aber ich lese am liebsten Romane von Autoren wie Ken Follett oder Joel Dicker. Eher keine Sach- und Fachbücher, damit mein Gehirn auch mal abschalten kann.
Was ist Ihre größte Leidenschaft?
Mein Garten und meine Tiere. Ich bin lieber auf einem grünen als auf einem roten Teppich.
Worauf freuen Sie sich derzeit am meisten?
Auf Zeit mit meinen Enkeln. Beruflich gibt es immer neue Projekte und Investments. Aber privat sind es diese Momente, die erden und zeigen, worauf es wirklich im Leben ankommt.
Welchen Rat geben Sie Ihrem jüngeren Ich mit auf den Weg?
Lern schnell, zu delegieren und ein gutes Team aufzubauen. Du musst nicht alles selbst machen.
Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
Rückschläge sind Vorschläge für eine bessere Lösung.
