Arbeitszimmer während Corona

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 Bild: pixabay.com
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Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 haben viele Arbeitnehmer ihre Tätigkeit nach Hause bzw. in ein Arbeitszimmer verlegen können. Daher stellt sich nun die Frage nach dem Umfang der Abzugsmöglichkeit damit zusammenhängender Werbungskosten.

Die umfassende Geltendmachung von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer bei Arbeitnehmern ist nur dann möglich, wenn nachweislich kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht und damit das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen Betätigung ist. In diesem Fall sind die Kosten unbeschränkt abzugsfähig. Bei nur tageweiser Nutzung des Arbeitszimmers befindet sich der Mittelpunkt der Tätigkeit beim Arbeitgeber. Insoweit kommt für die Tage der Nutzung ein Abzug von bis zu 1.250 Euro in Betracht, wenn an diesen Tagen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Aktuell ist aber noch nicht geklärt, inwiefern eine wegen Covid-19 bedingte vorübergehende Schließung der Räumlichkeiten des Arbeitgebers als vorübergehende „nicht anderweitig verfügbare Arbeitsstelle“ anerkannt wird. Sofern der Arbeitgeber Arbeitnehmern, die die Möglichkeit haben, von zu Hause zu arbeiten, zugesteht, diese Möglichkeit wahrzunehmen, steht der Arbeitsplatz beim Arbeitgeber grundsätzlich weiterhin zur Verfügung und ein Werbungskostenabzug für das häusliche Arbeitszimmer ist nicht möglich.

Ob die Voraussetzungen für die Abziehbarkeit von Aufwendungen für ein Arbeitszimmer vorliegen und in welcher Höhe, wird erst im Rahmen der persönlichen Veranlagung zur Einkommensteuer 2020 durch die zuständigen Wohnsitzfinanzämter des jeweiligen Arbeitnehmers geklärt. Sollen Aufwendungen geltend gemacht werden, erstellt der Arbeitgeber i. d. R. den Arbeitnehmern, die im Homeoffice arbeiten mussten, eine Bescheinigung über den entsprechenden Zeitraum.

Sandra Peterson

Sandra Peterson
Steuerberaterin, Referent Lohnsteuer, ZF Group, München
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Artikel Arbeitszimmer während Corona
Seite 544
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