Diebstahl einer geringwertigen Sache

1. Grundsätzlich ist der Diebstahl geringwertiger Sachen des Arbeitgebers geeignet, eine (fristlose) Kündigung zu rechtfertigen.

2. Nach den stets zu berücksichtigenden Umständen des Einzelfalls kann aber auch eine Abmahnung als milderes Mittel ausreichen.

(Leitsätze der Bearbeiterin)

LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 13. Januar 2010 – 3 Sa 324/09 (rk.)

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Bild: Corgarashu / stock.adobe.com
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Problempunkt

Der Kläger war zwölf Jahre lang bei der Beklagten als Arbeiter in der Endmontage beschäftigt, ohne je eine Abmahnung erhalten zu haben. In seinem Arbeitsbereich standen einige 30 Jahre alte Werkbänke. Das Unternehmen hatte sie 2007 ausgesondert und bis zur Entsorgung dort zwischengelagert. Wer Interesse an einer solchen Werkbank hatte, konnte sich bei der Arbeitgeberin melden. Sie stellte dann einen Lieferschein aus, um die Mitnahme zu dokumentieren. Zudem war ein gewisser "Obulus" in die Kaffeekasse zu zahlen, die der Betriebsratsvorsitzende verwaltete.

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