Agilität in Unternehmen: Deutschland schneidet im internationalen Vergleich am schlechtesten ab
Die Anwendung agiler Methoden trägt zu Flexibilität von Abläufen sowie der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle bei und ermöglicht es, wachsende und wechselnde Anforderungen zu erfüllen. Eine internationale Studie der Hochschule Karlsruhe, für die die Durchführenden insgesamt 655 Unternehmen befragten, zeigt nun, dass der Unternehmensstandort Deutschland im weltweiten Vergleich außerordentlich schlecht abschneidet.
Europäische Länder unterdurchschnittlich
Während in Ländern wie Polen, Mexiko, Südkorea und Brasilien der Anteil digitaler Services in Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes bei über 40 % und in Kanada sogar bei über der Hälfte liegt, beträgt er in Deutschland nicht einmal ein Viertel. Damit ist die Bundesrepublik Schlusslicht unter 16 führenden Industrienationen. Auch andere europäische Länder, wie Schweden, Frankreich und Großbritannien erreichen unterdurchschnittliche Resultate.
Nicht einmal die Hälfte nutzt agile Methoden
Ebenfalls unbefriedigend ist die Lage in Deutschland hinsichtlich der Nutzung agiler und offener Entwicklungsmethoden. Auch hier liegen deutsche Unternehmen auf dem letzten Platz. Nur 45,1 % von ihnen gaben an, agile Entwicklungsmethoden einzusetzen. Im Durchschnitt aller Befragten waren es etwa 70 %, in China sogar 87,8 %, in Spanien 73,3 %.
Ein geringer Anteil von agilen Entwicklungsmethoden hängt dabei mit unterdurchschnittlichen Umsätzen bei digitalen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen zusammen. In Organisationen, deren Investitionen in Forschung und Entwicklung höher ausfallen, wirken sich diese positiv auf den Umsatz digitaler Dienste aus. Gleiches gilt für den verstärkten Einsatz offener und agiler Entwicklungsmethoden.
