Sollten Arbeitnehmer ständig erreichbar sein?

Quelle: pixabay.com
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Nach Feierabend antworten weltweit rund 60 % der Arbeitnehmer auf E-Mails oder nehmen dienstliche Telefonate entgegen. 44 % tun dies sogar sofort. In Deutschland arbeiten 30 % der abhängig Beschäftigten auch im Urlaub oder an Feiertagen. Diese Zahlen liefert das aktuelle Randstad Arbeitsbarometer. Es erscheint seit 2003 vierteljährlich. Hierzu wurden Arbeitnehmer aus insgesamt 34 Ländern aus Europa, dem Asien-Pazifik-Raum sowie Nord- und Südamerika befragt.

Die Studienteilnehmer gaben als Grund für die Erreichbarkeit an, dass dies vom jeweiligen Arbeitgeber erwartet werde. Diese gingen von davon aus, dass Mitarbeiter permanent verfügbar sind. Klaus Depner, Manager Health & Human Safety bei Randstad Deutschland, kritisiert eine solche Haltung: „Dabei zeigen Studien, dass dies auf Dauer ungesund für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist – auf eine dauerhafte Überlastung können krankheitsbedingte Ausfälle folgen, die dann aufgefangen werden müssen. (…) Viele Arbeitnehmer versprechen sich vom flexiblen Arbeiten Entlastung. Aber die permanente Erreichbarkeit wird schnell zum Bumerang. Daher sollten Unternehmen Maßnahmen erarbeiten, um ihre Mitarbeiter vor digitalem Stress zu schützen.“
Selbst gesetzliche Maßnahmen, die ein „Recht auf Abschalten“ gewährleisten sollen, zeigen kaum Wirkung. So gibt es in Frankreich eine entsprechende Regelung seit Januar 2017. Dennoch gaben 48 % der Studienteilnehmer aus unserem Nachbarland an, dass ihr Arbeitgeber weiterhin Erreichbarkeit nach Feierabend erwartet – ein deutlich höherer Wert als in Deutschland.

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