Dienstag, 6. März 2018

Arbeitszeiten entsprechen nicht den gesetzlichen Vorgaben

Quelle: pexels.com

Nach einer Studie des Forschungsinstituts für Zukunft und Arbeit sowie von Xing ist Arbeitszeit in der heutigen Zeit nicht mehr nach alten Ansätzen messbar. Dies wird zumindest daran deutlich, dass ein großer Teil der Arbeitnehmer in Deutschland Überstunden ableistet.

Demnach geben zwar 67,2% der Beschäftigten an, feste Arbeitszeiten zu haben. Diese Zahl steht jedoch im Widerspruch dazu, dass 62,8 % sich auch in ihrer Freizeit mit Tätigkeiten beschäftigen, die eigentlich ihrer regulären Arbeitszeit zuzurechnen sind. Jeder Fünfte arbeitet mehr als zwei Stunden pro Woche zu viel. Immerhin noch knapp 17,2 % leisten sogar drei bis fünf Stunden Mehrarbeit. Jeder Zehnte erbringt sogar über sechs Überstunden. Zudem verbringen 67 % der Männer und nur 50 % der Frauen ihre Freizeit mit beruflichen Aktivitäten.

Arbeitszeit sei laut der Studie somit nicht mehr eindeutig messbar, weil der Tätigkeitsort örtlich ausgelagert würde. Das Arbeitszeitgesetz gehe aber von einer Messbarkeit aus. IZA-Chef Hilmar Schneider geht sogar noch weiter: „Wenn aber Dienstgeschäfte freiwillig außerhalb der Bürozeiten erledigt werden, erfüllt das nicht das Kriterium des Weisungsrechts und wäre somit keine Arbeit, was den Betroffenen einigermaßen absurd vorkommen dürfte.“ Laut Schneider ist deshalb auch eine grundsätzliche Debatte über Arbeit erforderlich. Auch für einen wirksamen Arbeitsschutz müsse man der Realität ins Auge blicken. Rückwärts gewandte Forderungen, wonach das Lesen von E-Mails außerhalb von offiziellen Bürozeiten verboten ist, seien hingegen kontraproduktiv.

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