Deutsche Wirtschaft gegen EU-Frauenquote

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Mehr Frauen in Aufsichtsräten ja – aber nicht über eine Quote! Das fordern BDA und BDI für die deutsche Wirtschaft.

Die beiden Verbände plädieren dafür, weiterhin am bestehenden Modell der Selbstverpflichtung festzuhalten. Eine gesetzliche Quotenregelung für Aufsichtsräte, wie sie EU-Justizkommissarin Viviane Reding durchsetzen will, lehnen sie dagegen ab.

„Für eine gesetzliche Geschlechterquote fehlt auf europäischer Ebene nicht nur die Rechtsgrundlage; sie verletzt die Rechte der Anteilseigner, ihre Mitglieder für Aufsichtsräte nach eigenen Kriterien zu bestimmen“, beklagt BDA-Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner. Über die Besetzung der Positionen von Aufsichtsräten könne nur die Hauptversammlung einer Gesellschaft entscheiden. Mit dem Vorschlag der Kommission laufe dieses Recht faktisch ins Leere, so Göhner.

Die beiden Verbände weisen darauf hin, dass bereits bei den Nachwahlen zu den DAX30-Aufsichtsräten jeweils ca. 40 % der frei werdenden Posten mit Frauen besetzt wurden. Sie gehen davon aus, dass diese Entwicklung auch ohne gesetzliche Verpflichtung andauert.

Eine Frauenquote auf EU-Ebene wird dagegen „den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den verschiedenen EU-Ländern und vor allem dem unterschiedlichen Frauenanteil in den einzelnen Branchen der Wirtschaft nicht gerecht“, bemängelt BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber.

Er glaubt zudem nicht, dass eine gesetzlich verordnete Einheitsquote hilfreich ist, um mehr Menschen von der Gleichberechtigung zu überzeugen. Auch Göhner möchte lieber auf die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex bauen.

 

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