Deutschland auf vorletztem Platz bei Frauenquote

© PIXELIO/Fritz Zühlke
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Frauen an den Herd“ – na ja, ganz so konsequent schallt der Ruf nicht mehr durch Deutschland. Aber Tatsache ist auch: Im Ranking der westeuropäischen Länder belegen wir, was den Frauenanteil in Managementpositionen anbelangt, noch immer den vorletzten Platz.

 Das hat eine aktuelle Auswertung des Beratungsunternehmens Mercer von knapp 250.000 Management- und Executive-Positionen von fast 4.700 Unternehmen aus 29 europäischen Ländern zu Tage befördert. Danach beschäftigten die Firmen im Schnitt gerade einmal 29 % Frauen auf Führungspositionen. „Vor dem Hintergrund, dass Frauen über die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen, ist der weibliche Anteil, den wir in den Managementetagen europäischer Unternehmen finden, wirklich dürftig“, konstatierte daher Dagmar Wilbs, Leiterin der Human Capital-Beratung bei Mercer. „Vielfach folgen Männer einfach unbewusst dem Wunsch, Menschen für Managementaufgaben unter ihresgleichen zu rekrutieren. Diese Verhaltenstendenz ist nur schwer zu durchbrechen.“

 

Die meisten Frauen fänden sich in den Chefetagen der ehemaligen Sowjetstaaten. Spitzenreiter sei Litauen (44 %), gefolgt von Bulgarien (43 %) und der Russischen Föderation (40 %). „Gleichheit ist ein Vermächtnis aus Sowjetzeiten, in denen Frauen ermutigt wurden, eine gleichgestellte, starke Rolle in Gesellschaft und Wirtschaft einzunehmen“, erklärt sich Wilbs das Ergebnis. In Westeuropa säßen in Griechenland und Irland (jeweils 33 %) die meisten Frauen auf einem Chefsessel. Auch in Schweden (30 %), Belgien (29 %) sowie Spanien, UK und Frankreich (jeweils 28 %) stehe man Frauen im Management aufgeschlossener gegenüber. Ganz im Gegensatz zu den Niederlanden (19 %), die hinter Deutschland (20 %) auf dem letzten Platz gelandet seien.

 

„Wenn von den Mitarbeitern in Führungspositionen erwartet wird, den Job ganz klar über familiäre Verpflichtungen zu stellen, dann kehren Frauen den Karrieremöglichkeiten im Unternehmen oftmals den Rücken“, warnt Wilbs. „Unternehmen müssen sich jedoch im eigenen Interesse stärker für Vielfalt in den Führungsetagen einsetzen – nicht nur im Hinblick auf das Geschlecht.“ Diversity fördere u. a. Innovation und Kreativität und trage damit entscheidend zu einer nachhaltigen Wertschöpfung bei. „Unternehmen, die nichts tun, um den Frauenanteil z. B. durch eine gezielte Nachwuchsförderung oder durch die Einrichtung flexibler Arbeitsstrukturen zu steigern, verhalten sich kurzsichtig“, so das Fazit von Wilbs.

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