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Frauen im Arbeitsleben weiter benachteiligt

Trotz Diskussionen um Frauenquote, Gleichbehandlung etc. - Frauen haben im Berufsleben immer noch das Nachsehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Umfrage des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unter 22.000 Frauen und Männer zu 300 Berufen.

Demnach verdienen Frauen in Deutschland immer noch rund 21 % weniger als Männer (Bruttomonatsverdienst).

Auch bei Sonderzahlungen hätten die Männer immer noch die Nase vorn. So durften sich 60,9 % der Männer 2011 über eine Sonderzahlung in Form eines Weihnachtsgelds freuen, bei den Frauen hingegen nur 57,4 %. Ähnlich sehe es beim Urlaubsgeld (Männer 56,1 %; Frauen 46,7 %) und bei Gewinnbeteiligungen (Männer 28,3 % und Frauen nur 21,7 %) aus.

In Puncto Beförderungschancen würden die Frauen auch wieder hinter den Männer zurückstecken müssen. Knapp 31 % der Männer habe angegeben, schon einmal befördert worden zu sein - im Gegensatz zu nur 21 % bei den Frauen.

„Leider gilt nach wie vor: Zum Teil werden Frauen schlechter bezahlt , weil sie Frauen sind“, fasst WSI-Experte Dr. Bispinck die Analyse zusammen.

Das WSI-Tarifarchiv erklärt sich den Einkommensabstand der Frauen vor allem dadurch, dass Frauen

  • vielfach in Wirtschaftszweigen und Berufen mit niedrige(re)m Einkommensniveau arbeiten,
  • in Leitungs- und Führungspositionen häufig unterrepräsentiert sind,
  • Nachteile aufgrund familienbedingter Berufsunterbrechung haben,
  • häufiger in - schlechter bezahlten - Teilzeitarbeitsverhältnissen arbeiten und
  • oft Opfer von mittelbarer Diskriminierung - etwa durch nicht geschlechtsneutrale Tarifverträge oder durch falsche betriebliche Eingruppierung sind.

Redaktion (allg.)